Mit kreativen Köpfen die Zukunft der Beleuchtung gestalten

November 4, 2010

(pd) Das Tempo, mit dem sich die Beleuchtungstechnologie zurzeit weiterentwickelt, ist atemberaubend. Das Potenzial der Leuchtdiode (LED), die seit einigen Jahren die Lichtwelt revolutioniert, ist zwar noch lange nicht ausgeschöpft, da kündigt sich mit der OLED (organische LED) bereits die nächste Umwälzung an. Die mit dieser Technik verbundenen Veränderungen im Hinblick auf den Einsatz und das Erleben von Licht dürften noch tiefgreifender sein. Denn mit der OLED hält etwas bahnbrechend Neues Einzug in den Beleuchtungsmarkt.

 

Ob LEDs oder herkömmliche Lampen – Beleuchtung findet bisher grundsätzlich in Form einzelner Lichtpunkte statt. Verteilt im Raum geben diese ihr Licht direkt oder indirekt ab. Die Form und die Charakteristik der Lichtquellen werden im Wesentlichen durch die eingesetzten Leuchtmittel bestimmt. So sind LEDs auf Grund der physikalischen Eigenschaften punktförmige, kleine Lichtquellen, die ihr Licht gerichtet abgeben. Im Gegensatz dazu sind OLEDs flächige, homogene Lichtquellen, die ihr weiches, diffuses Licht über die gesamte Fläche abstrahlen. Wegen der unterschiedlichen Abstrahlcharakteristik stehen beide Lichtquellen nicht in Konkurrenz zu einander, sondern ergänzen sich ideal. Es ist die Kombination beider Technologien, die Lichtgestaltern eine völlig neue Dimension des Beleuchtungsdesigns eröffnet.


Philips Lumiblade Glow

Was sich zunächst lediglich nach einer anderen äußeren Form von Leuchtkörpern anhört, ist tatsächlich eine Umwälzung, die völlig neue Leuchtenformen und Möglichkeiten der Lichtgestaltung in sich birgt. Beispielsweise Decken, die farbig schimmern. Glaswände, die beim Betätigen eines Schalters aufleuchten oder Fenster, die nach Einbruch der Dunkelheit ein subtiles Licht erzeugen. Bislang mussten Lichtdesigner und Anwender bei der Kombination von Lampe und Leuchte als Mittel der Lichtgestaltung stets Kompromisse eingehen. Zukünftig wird mit OLEDs die Lichtquelle selbst zu einem Bestandteil des Designs oder einem Element der Inneneinrichtung, das gleichzeitig auch zur Beleuchtung dient.

 

Ein reales Konzept

Um die Entwicklung der OLED-Technologie voranzutreiben, hat Philips in den Räumen der ehemaligen Bildröhrenfabrik in Aachen auf 350 Quadratmetern das Lumiblade Creative Lab eingerichtet. Es ist ein Kompetenzzentrum, in dem sich Fachleute verschiedener Disziplinen begegnen: Wissenschaftler und Kreative, Leuchtenhersteller und -designer sowie Raumgestalter. Neben Ausstellungsbereichen, in denen die bisherigen Entwicklungen zu sehen sind, stehen Werkstätten, eine kuratierte Materialbibliothek und ein Loungebereich für Forumsgespräche zur Verfügung.

 

„Das Lumiblade Creative Lab von Philips ist kein abstraktes Konzept, sondern eine echte Werkstatt. Hier stehen Experten aus den Bereichen Beleuchtung, Elektronik und Materialien bereit, um Designer bei der Anwendungsentwicklung für OLED-basierte Produkte zu unterstützen“, sagt Kristin Knappstein, Leiterin Business Creation Philips Lumiblade. „Das Team des Creative Lab bietet Inspiration, Beratung und praktische Hilfestellung. So lassen sich Projekte über die Designstufe hinaus zu Prototypen entwickeln oder sogar Kleinserien auflegen.“

 

Lumiblade als Grundlage

Auf dem Weg zu neuen Anwendungen setzt Philips auf die enge Zusammenarbeit mit Designern und Künstlern. Unterstützt durch Experten können sie in Aachen in ein neues Denken hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten mit Licht eintauchen und konkret an völlig neuen Anwendungen arbeiten. Die Grundlage sind OLED Lumiblade-Module, mit deren kommerziellen Einführung Philips seine führende Position auch bei der Entwicklung marktreifer Lösungen auf OLED-Basis deutlich macht.

 

Philips Lumiblade Mr Ed

Die dazu verwendeten Lumiblade-Module bestehen aus der OLED samt der benötigten Elektronik und Verbindungsstücken. Die Module lassen sich einfach zu größeren Einheiten zusammenfügen und dann für unterschiedliche Anwendungen – zum Beispiel in Einzelhandel, Büros und Privathaushalten – nutzen. Sie können daher in unzählige neue Konzepte eingebettet werden und bilden eine attraktive Ergänzung zu den bereits vorhandenen Lichttechnologien. Mit ihrer weichen Abstrahlcharakteristik und den sehr guten Farbwiedergabeeigenschaften wird das Licht der OLED als besonders warm und natürlich empfunden. Mit einem Farbwiedergabeindex (CRI) bis 90 reicht die Lichtqualität schon sehr nah an das Tageslicht heran und eignet sich daher unter anderem auch für den Einsatz im Wohnbereich.

 

Lichtträume werden wahr

Der Phantasie beim Leuchten- und Lichtdesign sind kaum Grenzen gesetzt, denn durch ihre flache Form und die geringe Betriebsspannung lassen sich OLED-Elemente problemlos und sicher in Oberflächen integrieren. „Damit kann Licht zu einem sehr realen Bestandteil des Designs werden“, erklärt Kristin Knappstein und ergänzt: „Kleidung, die in unterschiedlichen Farben schimmert, Möbel mit leuchtenden Reflexen oder Schmuck, der Licht abstrahlt, könnte bereits in nicht zu ferner Zukunft zum Alltag gehören. Mit jeder Weiterentwicklung der Technologie vergrößert sich auch die Bandbreite unserer Ideen. Und die Umsetzung vieler dieser Konzepte ist näher, als es sich vielleicht anhört.”

 

 

Philips Lumiblade Reflections

 

Dass dies keine Phantasien sind, zeigt auch die Arbeit im Creative Lab. Denn die ist neben ihrem experimentellen und spielerischen Charakter darauf ausgerichtet, konkrete Produkte zur Marktreife zu bringen. Einige von ihnen – wie beispielsweise „O'Leaf“ vom belgischen Leuchtenhersteller Modular oder „Edge“ von Established & Sons – werden bereits für die Markteinführung vorbereitet. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit führenden Designern wie dem britischen Stardesigner Tom Dixon oder dem renommierten Designerstudio Jason Bruges.

 

Die Ergebnisse zeigen, welche kreativen Dimensionen sich durch die Lumiblade-Module öffnen. Sie haben in ihrer Verschiedenartigkeit bereits einen ersten Eindruck von der Fülle von Möglichkeiten gegeben, die in der neuen Technologie stecken und die das Denken in Sachen Lichtanwendungen schon bald in neue Richtungen führen werden. Bereits im Jahr 2012 rechnet Philips damit, erste Großserien von OLED-Anwendungen für einen breiten Markt herzustellen. Die Zukunft der Beleuchtung, die vielen heute noch als ferne Vision erscheint – in Aachen, im Creative Lab, hat sie bereits begonnen.

 

 

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