Millionen-Förderung: Versorgungsprojekt für Herzpatienten startet

MV soll Blaupause für bundesweite ländliche Gesundheitsversorgung liefern

06. Dezember 2016

Mit einer millionenstarken Förderung aus dem Innovationsfonds des Bundes unternimmt die Universitätsmedizin Rostock einen großen Schritt Richtung digitale Zukunft in MV. Mit der Philips-Tochter Philips Market DACH sowie den Krankenkassen AOK Nordost und TK setzt das Haus das Kooperationsprojekt „HerzEffekt MV“ um. Ziel der Zusammenarbeit ist eine vernetzte und damit effizientere Versorgung von Herzpatienten im Bundesland durch innovative Technologien. Das Projekt soll Anfang 2017 starten. Der Bund stellt für „HerzEffekt MV“ rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Mit Mitteln aus dem Innovationsfonds der Bundesregierung werden neue Versorgungsformen und Forschungsvorhaben zur Versorgung gefördert.

 

Das Projekt „HerzEffekt MV“ vernetzt Patienten und Gesundheitsdienstleister in Mecklenburg-Vorpommern wie Kliniken, Ärzte, Sanitätshäuser oder Apotheken. Die Universitätsmedizin Rostock koordiniert die Vernetzung, Philips liefert die digitale Plattform sowie die als Medizinprodukte zertifizierte Hardware. „Die Gesundheitsmärkte stellen uns vor viele Herausforderungen – eine steigende Anzahl chronisch kranker Menschen, der demografische Wandel und eine drohende Unterversorgung auf dem Land sind nur einige Beispiele“, sagt Prof. Dr. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin. „Wir möchten daher effiziente Lösungen in der Behandlung entwickeln und so eine bundesweite Blaupause für die ländliche Gesundheitsversorgung liefern.“

 

„Dieses Projekt zeigt, wie wichtig die Universitätsmedizin in Rostock für die Versorgung der Bevölkerung mit Hochleistungsmedizin ist“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Jeder Herzpatient kann in Zukunft im Rahmen des Projekts sicher sein, dass sein Gesundheitszustand mit modernen telemedizinischen Methoden bestmöglich betreut wird, rund um die Uhr und in den eigenen vier Wänden“, so Hesse.

 

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Patienten mit chronischen Herzerkrankungen. Bisher werden sie für ihre Behandlung an verschiedene Spezialisten verwiesen, bei denen sich Fragen und Untersuchungen oft zum Teil wiederholen. Mit „HerzEffekt MV“ soll es für die Betroffenen einfacher werden. Auf freiwilliger Basis erhalten sie Blutdruck-Messgeräte, Aktivitätstracker oder Waagen, deren Werte per App an ein digitales Versorgungszentrum („Carecenter“) gesendet und von dort aus an die Beteiligten verteilt werden. So liegen beispielsweise dem Facharzt bereits bei der Erstvorstellung alle relevanten Informationen vor und er kann gezielt weiterbehandeln. Anhand der digital erfassten Befunde wird außerdem entschieden, ob alles in Ordnung oder eine weitere Behandlung notwendig ist. Das Ziel: Verschlechterungen so früh erkennen, dass Maßnahmen ergriffen und eine Noteinweisung vermieden werden kann.

 

Philips Market DACH wird unter anderem für die Entwicklung der Plattform und der Apps zuständig sein, durch die die Gesundheitsdienstleister miteinander vernetzt sind. „Die Patienten haben Zugang zu diesem Netz und wissen immer ganz genau, wie es um ihre Gesundheit steht“, sagt der Vorsitzende der Philipstochter, Peter Vullinghs. Dabei bestimmten die Patienten selbst, wer Zugriff zu ihren Daten erhalte. „Ein großer Vorteil am Projekt: Es lässt sich auf weitere Krankheitsbilder und Bundesländer übertragen“, so Vullinghs.

 

„Gerade bei der Entwicklung von Versorgungsprogrammen für den ländlichen Raum setzen wir ganz stark auf die Vernetzung aller Beteiligten über die Sektorengrenzen hinweg. Dabei haben wir mit telemedizinischen Ansätzen schon sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung bei der AOK Nordost.

 

Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, betont: „Die digitale Medizin hat das Potenzial, gerade in strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen die Versorgung qualitativ und nachhaltig zu verbessern. Mit dem telemedizinischen und digitalen Projekt gestalten wir die Versorgung aktiv mit und schaffen einen Mehrwert für die Patienten.“

Philips Infografik
Infografik Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen

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Weitere Informationen für Journalisten:  

Kerstin Beckmann

Universitätsmedizin Rostock

Tel.: +49 (0)381 494 5090

E-Mail: kerstin.beckmann@med.uni-rostock.de

 

Sebastian Lindemann

Head of Communication

Tel.: 0152 / 2281 4616
E-Mail: sebastian.lindemann@philips.com

Über die Universitätsmedizin Rostock

Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) hat sich aus der ältesten medizinischen Fakultät Nordeuropas entwickelt und ist heute die größte medizinische Einrichtung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Spezialisten des Hauses gehören zu den Top-Medizinern Deutschlands. Auch Patienten mit sehr komplexen und seltenen Erkrankungen kann mit einer fächerübergreifenden Behandlung auf höchstem Niveau geholfen werden. Die Universitätsmedizin sorgt für den Top-Nachwuchs der Zukunft: Mit Begeisterung wird das neueste Wissen aus Forschung und Praxis vermittelt. Immer mehr junge Menschen kommen deshalb an die Ostsee, um in Rostock zu studieren. Die UMR bietet ihnen innovative Fächer, Unterricht in kleinen Gruppen und viel Praxis. Als einer der größten Arbeitgeber der Region bildet die Klinik in vielen spannenden Berufen aus. Medizinische Versorgung und neue Erkenntnisse greifen in der Universitätsmedizin Rostock ineinander. Ihre Leistungen zur regenerativen Medizin sind international beachtet, sie kommen Patienten auf der ganzen Welt zugute. Ihre Krebsforscher entwickeln innovative Therapien und neue Medikamente; ihre Stammzellforschung verhilft Herzpatienten zu mehr Lebensqualität. Von verbesserten Pflegestrategien bei Demenz bis hin zu strapazierfähigen Implantaten – die Medizin von morgen wird den Patienten schon heute geboten.

 

Über Royal Philips

Royal Philips (NYSE: PHG, AEX: PHIA) ist ein führender Anbieter im Bereich der Gesundheitstechnologie. Ziel des Unternehmens mit Hauptsitz in den Niederlanden ist es, die Gesundheit der Menschen zu verbessern und sie mit entsprechenden Produkten und Lösungen in allen Phasen des Gesundheitskontinuums zu begleiten: während des gesunden Lebens, aber auch in der Prävention, Diagnostik, Therapie sowie der häuslichen Pflege. Die Entwicklungsgrundlagen dieser integrierten Lösungen sind fortschrittliche Technologien sowie ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse von medizinischem Fachpersonal und Konsumenten. Das Unternehmen ist führend in diagnostischer Bildgebung, bildgestützter Therapie, Patientenmonitoring und Gesundheits-IT sowie bei Gesundheitsprodukten für Verbraucher und in der häuslichen Pflege. Philips beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern und erzielte mit seinem Gesundheitstechnologie-Portfolio in 2015 einen Umsatz von 16,8 Milliarden Euro. Mehr über Philips im Internet: www.philips.de