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Stillen in den ersten 24 bis 48 Stunden

Mütter und ihre Babys müssen für einen bestmöglichen Start für das Stillen zusammen sein. Vom Moment der Geburt an, wenn ein Baby an die nackte Brust der Mutter gelegt wird ("Hautkontakt"), wird das stark wirkende "Mutterhormon" Prolaktin stimuliert.

 

  • Prolaktin löst eine großzügige Milchzufuhr auch dann aus, wenn das Baby zu Beginn noch nicht am Stillen interessiert ist.
  • Die Nähe zu ihrem Baby stimuliert das "Liebes"-Hormon Oxytocin, das der Mutter hilft, ihr Baby zu lieben.
  • Oxytocin hat einen beruhigenden Einfluss auf Mutter und Baby und unterstützt die Hormonfreigabe, die den Auswirkungen des während der Geburt freigesetzten Adrenalins entgegenwirkt.
  • Selbst wenn ein Baby sich anfangs nicht stillen lässt, wird seine Verdauung durch den instinktiven Suchreflex und das instinktive Kuschelverhalten an der mütterlichen Brust angeregt.
  • Hautkontakt bei der Geburt fördert Neuro-Verhaltensreaktionen des Babys, wie das Grapschen nach der Brustwarze, Hand-zu-Mund-Bewegungen und Massage der Brust.
  • Wenn die Mutter diesen Hautkontakt gerade nicht bieten kann, dann kann es der Vater. Es gibt keine zeitliche Begrenzung und es ist keine "einmalige" Maßnahme. Hautkontakt sollte soweit wie möglich ohne Eile und Unterbrechungen stattfinden. Der Hautkontakt mit dem Vater stärkt die Vater-Kind-Bindung weiter.
 

Nicht alle Babys möchten sofort nach der Geburt gestillt werden. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Achten Sie einfach auf Anzeichen dafür, dass Ihr Baby bereit ist.

Anzeichen bei Neugeborenen, dass sie gestillt werden möchten

 

  • Saugen an Zunge, Lippen, Händen oder Fingern im Schlaf.
  • Bewegen der Hände und Arme in Richtung Mund.
  • Ruhelose Bewegungen im Schlaf/schnelle Augenbewegungen unter den Augenlidern.
  • "Suchreflex" bzw. Suchen der Brustwarze.
  • Es gibt leise Töne von sich.
 

Weinen und Unwohlsein sind Anzeichen für Hunger, und Babys können in diesem Punkt ziemlich grantig werden, wodurch das Anlegen an die Brust zu einer echten Herausforderung werden kann.

Stillreflexe von Neugeborenen

 

  • Suchreflex - wenn etwas die Nase, Wangen oder Lippen des Babys berührt, reagiert es durch Öffnen des Mundes und drückt die Zunge nach vorne und nach unten und ist bereit, die Brust richtig anzusaugen.
  • Saugen - wird ausgelöst, wenn etwas den Gaumen des Babys berührt. Deshalb muss das Baby die Brust richtig ansaugen, sodass die Brustwarze den hinteren Bereich des Gaumens erreicht. So wird das Saugen stimuliert.
  • Schlucken - wird ausgelöst, wenn der Mund des Babys sich mit Kolostrum oder Milch füllt. Das Hören und Sehen, wie ein Baby während des Stillens schluckt ist wichtig, um festzustellen, wie gut es gestillt wird.

Wie oft sollte ein Baby in den ersten 48 Stunden gestillt werden?

 

Babys sind in den ersten Stunden nach der Geburt aufgeweckt und können es kaum erwarten, zum ersten Mal gestillt zu werden. Sie müssen eventuell ermutigt werden, wenn die Mutter während der Wehen einer Therapie zur Schmerzlinderung unterzogen wurde, wie beispielsweise mit Pethidin (durchdringt die Plazenta und macht das Baby schläfrig). Die durchschnittliche Menge an Kolostrum, das beim ersten Stillen aufgenommen wird, kann bis zu 5 ml betragen also in etwa einen Teelöffel.

 

Gesunde, rechtzeitig geborene Babys möchten in den ersten 48 Stunden möglicherweise nicht gefüttert werden. Sie nutzen ihre Energiespeicher, bis der Milchstand der Mutter am zweiten Tag beginnt anzusteigen. Die Mutter sollte ihrem Baby die Brust immer, wenn das Baby wach ist, anbieten, oder wenn es Anzeichen gibt, dass es Hunger haben könnte. Jedes Baby ist einzigartig. Manche lassen sich in den ersten 24 Stunden nur ein paar Mal füttern, während andere sich bis zu acht Mal füttern lassen. Es ist wichtig für Mutter und Baby, in dieser Zeit nicht getrennt zu werden, sodass die Mutter mit ihrem Baby vertraut wird und die Anzeichen erkennt, wenn es Hunger hat.

Wie kann ich feststellen, ob ein Baby gut gestillt wird?

 

In den ersten 48 Stunden produziert ein Baby nur zwei bis drei nasse Windeln. Dieses steigt ab dem 5. Lebenstag bis auf sechs Windeln pro Tag an. Kolostrum ist ein natürliches Abführmittel, das dem Baby dabei hilft, sich des schwarzen, teerähnlichen Mekonium-Stuhlgangs zu entledigen (der erste Stuhlgang des Babys), dessen Farbe sich allmählich ändern wird, und zwar von schwarz, dunkelbraun, grünlich-braun bis zu senfgelb am fünften Tag.

 

Obwohl das Stillen natürlich ist, ist es eine Fähigkeit, die Mutter und Baby erst noch lernen müssen. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, so können Sie Ihre Hebamme und die örtliche Stillberaterin um Hilfe bitten.

 

Alle Angaben in diesen Artikeln sind nur als allgemeine Informationen zu verstehen und ersetzen keinesfalls eine ärztliche Beratung. Wenn Sie oder Ihre Familienmitglieder an ernsten oder lang anhaltenden Symptomen oder Krankheiten leiden oder Sie medizinische Beratung benötigen, wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Philips Avent kann nicht für Schäden verantwortlich gemacht werden, die aus der Anwendung der auf dieser Website enthaltenen Informationen entstehen.

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