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14. März 2017

Experten diskutieren neue Wege in der Intensivmedizin

Geschätzte Lesezeit: 4-6 Minuten
Die Lebensqualität von Patienten nach schwersten Erkrankungen und Intensivbehandlungen bestmöglich zu erhalten, stellt Fachleute vor vielfältige Herausforderungen. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin veranstaltete am 24. und 25. Februar 2017 gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein Symposium mit dem Titel „Evolution der Intensivmedizin“. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik tauschten sich hier über neue Strategien und Behandlungskonzepte aus. Philips beteiligte sich am Round Table „Mein Traum von einer Intensivmedizin 2020“ und präsentierte mit VitalMinds einen multimodalen, nicht-pharmakologischen Ansatz im Delir-Management.
Stand von Philips beim Leopoldina-Symposium 2017

Am Stand von Philips beim Leopoldina-Symposium 2017: Eintauchen in die virtuelle Realität des multimodalen Delir-Managements.

Mehr als ein Viertel aller Patienten entwickelt nach einer intensivmedizinischen Behandlung ein sogenanntes „Post Intensive Care Syndrome“ (PICS). Die Betroffenen leiden häufig an kognitiven Einschränkungen wie Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, Einschränkungen der Mobilität und der Muskelkraft. Darüber hinaus treten psychosoziale Einschränkungen auf wie beispielsweise Depressionen des Patienten und/oder des Partners oder Posttraumatische Belastungsstörungen. Eine zentrale Frage des Leopoldina-Symposiums war deshalb, wie dieses Syndrom verhindert werden kann.
Dass der Schlaf-wach-Rhythmus dabei eine wichtige Rolle spielt, zeigte Margaret Pisani, MD, MPH von der Yale University School of Medicine, New Heaven, USA. Laut Pisani könnte ein Zusammenhang zwischen einem gestörten Schlaf-wach-Rhythmus und einer der häufigsten Komplikationen auf der Intensivstation bestehen: dem Delir. Bei dieser Funktionsstörung des Gehirns kommt es zu Halluzinationen, Verwirrtheit und Desorientierung. Andere Patienten ziehen sich völlig in sich zurück und verlieren jedes Interesse an ihrer Umgebung. Tritt ein Delir auf, erhöht sich die Sterberate sowohl auf der Intensivstation als auch nach der Krankenhausentlassung. Viele Betroffene haben mit langfristigen kognitiven Einschränkungen zu kämpfen.
An der Charité wird aktuell untersucht, inwieweit die Raumgestaltung und die Einrichtung der Intensivstation dazu beitragen können, ein sogenanntes „Healing Environment“ zu schaffen, das sich positiv auf die Genesung der Patienten auswirkt. Unter Federführung des Architekturbüros Graft wurde dafür ein patientenzentriertes Raum- und Lichtkonzept erarbeitet und in Kooperation mit dem Berliner Mediengestalter Art+Com in zwei intensivmedizinischen Zimmern umgesetzt. Dort rücken die medizinischen Geräte optisch in den Hintergrund und die Geräuschkulisse ist merklich gedämpft. Die Lichtverhältnisse können auf die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden. Philips unterstützte das Projekt mit innovativer Lichttechnik.
Die Lichtdecke von Philips

Berücksichtigung der Patientenperspektive: Im Rahmen des Kooperationsprojekts der Charité, des Architekturbüros Graft und des Mediengestalters Art+Com wurden zwei Intensivzimmer neu gestaltet. Die Lichtdecke von Philips ermöglicht eine zirkadiane Beleuchtung. (Foto: Tobias Hein)

Im Rahmen des Leopoldina-Symposiums stellte Privatdozent Dr. Alawi Lütz, Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin an der Charité, Ergebnisse von Licht– und Geräusch-Messungen in den neuen Patientenzimmern vor. Sie zeigen, dass die dort verbaute großflächige LED-Lichtdecke ausreichend Lichtintensität abgibt, um eine maximale Melatoninsuppression zu bewirken, ohne dabei den Grenzwert für eine absolute Blendung zu überschreiten. Gleichzeitig konnte der Geräuschpegel in den neuen Intensivzimmern vor allem in der Nacht deutlich reduziert werden.
Bei Philips arbeiten wir an Lösungen, die Leistungserbringer und
ePatienten entlang der gesamten Versorgungskette miteinander vernetzen.

Für Philips nahm Jürgen Jost, Head of Governmental Affairs, an der Round Table Diskussion „Mein Traum von einer Intensivmedizin 2020“ teil. Er betonte: „Bei Philips arbeiten wir an Lösungen, die Leistungserbringer und Patienten entlang der gesamten Versorgungskette miteinander vernetzen. Dies schließt auch die Zeit vor und nach einem Krankenhausaufenthalt ein. So tragen wir dazu bei, dass Intensivmediziner sich ein besseres Bild von ihren Patienten machen können und es in der Nachsorge weniger Reibungsverluste gibt.“
VitalMinds

Mit VitalMinds verfolgt Philips einen multimodalen, nicht-pharmakologischen Ansatz im Delir-Management. Als Teil dieses Konzepts entwickelt Philips die Lichtdecke VitalSky.

Im Delir-Management auf der Intensivstation verfolgt Philips mit VitalMinds einen multimodalen, nicht-pharmakologischen Ansatz. Komponenten von VitalMinds sind Mitarbeiterschulungen, kognitive Lernübungen, Lärmreduktion, Orientierungshilfen und eine zirkadiane Beleuchtung. Als Teil dieses Konzepts entwickelt Philips die Lichtdecke VitalSky. Sie soll dazu beitragen, den Gesamtzustand von Patienten im Rahmen eines multimodalen Delir-Managements positiv zu beeinflussen.

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