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29. August 2018

Europäische Gesellschaft für Kardiologie nimmt iFR-Messung in Leitlinien auf

iFR-Messung ab sofort als Verfahren zur koronarphysiologischen Quantifizierung koronarer Stenosen empfohlen

Hamburg - Auf ihrem diesjährigen Kongress in München vom 25. bis 29. August hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie ihre Leitlinien für die Revaskularisation1 aktualisiert. Sie empfiehlt nun neben der myokardialen Fraktionellen Flussreserve (FFR) auch Instantaneous Wave Free Radio (iFR) für die objektive Beurteilung der hämodynamischen Relevanz von Koronarläsionen. Die Methode zur Bestimmung der iFR ist ein alternatives Verfahren zur FFR, das eine ebenso zuverlässige Risikostratifizierung bei Koronarstenosen erlaubt. Belegt wurde dies in den zwei großen Studien DEFINE-Flair2 und Swedeheart3. Sie zeigen die Nicht-Unterlegenheit der iFR gegenüber der FFR-gesteuerten Messung in Bezug auf die Ein-Jahres-MACE-Rate. Seit 2013 bietet Philips die iFR an, die bei Verwendung der gleichen Geräte und Druckmessdrähte ohne die Gabe von Adenosin zur Hyperämie-Induktion auskommt.

„Mit der Aufnahme der iFR-Messung in die europäischen Leitlinien sehen wir uns in unseren Bemühungen und der Entwicklungsarbeit bestätigt. Es ist uns gelungen, zusammen mit Kardiologen ein Verfahren zu entwickeln und in der klinischen Praxis zu etablieren, das die Kosten senkt, die Untersuchungszeit verkürzt und eine für den Patienten schonendere Methode als die FFR darstellt“, erklärt Christoph Reifart, Bereichsleiter Image Guided Therapy Devices, Philips GmbH Market DACH. Anders als die FFR benötigt die iFR keine zusätzliche Medikamentengabe, um eine Hyperämie zu induzieren, denn sie misst den maximalen Ruhefluss in einem definierten Zeitfenster, das sich „wave-free-period“ nennt. Das Ergebnis liegt schon nach wenigen Sekunden vor. Bei der FFR hingegen wird über den kompletten Herzzyklus und unter maximaler Hyperämie gemessen, was länger dauert und für den Patienten unangenehm sein kann.

Bedeutung der iFR-/FFR-Messung in der Koronarphysiologie

Unbehandelt können ischämieauslösende Stenosen zu einem erhöhten Mortalitätsrisiko führen oder ernste kardiale Ereignisse zur Folge haben. Umgekehrt hat die Behandlung klinisch nicht relevanter Stenosen keinen positiven Einfluss auf die Prognose, sondern ist mit einer erhöhten MACE-Rate assoziiert . Ob eine Stentimplantation aber indiziert ist, lässt sich anhand angiographischer Aufnahmen allein oft nur schwer einschätzen. Sowohl die FFR-Messung als auch die Methode der iFR unterstützen die Entscheidungsfindung, indem sie während der Herzkatheteruntersuchung die objektive Beurteilung der hämodynamischen Relevanz von Koronarläsionen ermöglichen. Unnötige Stentimplantationen oder gar Bypass-operationen lassen sich so vermeiden. Ist eine Behandlung aufgrund der Messergebnisse indiziert, kann mit Unterstützung der iFR bzw. FFR auch das Ergebnis der Intervention optimiert werden.

1 Neumann, F.-J. et. al.: 2018 ESC/EACTS Guidelines on myocardial revascularization. European Heart Journal, ehy394, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy394
2 N Engl J Med 2017; 376:1824-1834 DOI: 10.1056/NEJMoa1700445
3 N Engl J Med 2017; 376:1813-1823DOI: 10.1056/NEJMoa1616540
4 FAME, N Engl J Med 2009; 360:213-224 DOI: 10.1056/NEJMoa0807611

Über Royal Philips

Royal Philips (NYSE: PHG, AEX: PHIA) ist ein führender Anbieter im Bereich der Gesundheitstechnologie. Ziel des Unternehmens mit Hauptsitz in den Niederlanden ist es, die Gesundheit der Menschen zu verbessern und sie mit entsprechenden Produkten und Lösungen in allen Phasen des Gesundheitskontinuums zu begleiten: während des gesunden Lebens, aber auch in der Prävention, Diagnostik, Therapie sowie der häuslichen Pflege. Die Entwicklungsgrundlagen dieser integrierten Lösungen sind fortschrittliche Technologien sowie ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse von medizinischem Fachpersonal und Konsumenten. Das Unternehmen ist führend in diagnostischer Bildgebung, bildgestützter Therapie, Patientenmonitoring und Gesundheits-IT sowie bei Gesundheitsprodukten für Verbraucher und in der häuslichen Pflege. Philips beschäftigt etwa 75.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern und erzielte in 2017 einen Umsatz von 17,8 Milliarden Euro. Mehr über Philips im Internet: www.philips.de/healthcare

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