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Warum Resilienz in der Magnetresonanztomografie heute genauso wichtig ist wie Leistung

 

  • Philips | April 2026 | 2 min. Lesedauer

Warum Resilienz in der Magnetresonanztomografie heute genauso wichtig ist wie Leistung

Resilienz im Gesundheitswesen kann nicht länger nur reaktiv gedacht werden. Die Fähigkeit, essenzielle medizinische Versorgung auch bei Störungen aufrechtzuerhalten, und sie im Ernstfall schnell wiederherzustellen, muss lange im Voraus geplant werden.

 

Im Bereich der Magnetresonanztomografie wird diese Widerstandsfähigkeit stärker denn je auf die Probe gestellt. Wenn diese Form der Bildgebung ausfällt, sind die Auswirkungen sofort spürbar: Verzögerungen für Patientinnen und Patienten, steigender Druck auf das Personal und Störungen entlang der Versorgungspfade. Während die Leistungsfähigkeit und die klinische Sicherheit der Systeme weiterhin entscheidend sind, stellt sich auch zunehmend die praktische Frage: Wie robust ist diese Technologie, wenn die Bedingungen alles andere als ideal sind?

 

Derzeit sehen wir, warum das in der Praxis relevant ist.
In Puerto Rico nach dem Hurrikan Maria musste medizinische Bildgebung unter Bedingungen eines weitreichenden Infrastrukturzusammenbruchs funktionieren. Stromversorgung, Logistik und Lieferketten standen massiv unter Druck. Unter solchen Umständen wird jede operative Abhängigkeit deutlich sichtbar.

 

Kürzlich führte eine Störung der Stromversorgung in Spanien und Portugal dazu, dass Hunderte MRT-Systeme auf der Iberischen Halbinsel betroffen waren. Zeitweise waren eine Vielzahl von Systemen gleichzeitig außer Betrieb, darunter etwa 50 Philips BlueSeal-Systeme. Dennoch konnten nahezu alle Philips BlueSeal-Systeme innerhalb von nur 48 Stunden wieder hochgefahren werden, deutlich schneller als herkömmliche MRT-Systeme der Branche. Das ist Resilienz in der Praxis: nicht nur mit Störungen umzugehen, sondern den Zugang zu Versorgung schnell wiederherzustellen.

 

Heute geht die Frage der Resilienz über die Gefahr durch Stürme und Stromausfälle hinaus. Jüngste geopolitische Spannungen haben erneut gezeigt, wie anfällig kritische Lieferketten auch auf Ereignisse außerhalb der Krankenhäuser sind. Für Gesundheitsdienstleister geht es nicht darum, sich auf einzelne Krisen zu konzentrieren, sondern eine grundlegende Realität anzuerkennen: Wenn essenzielle Gesundheitsversorgung von einer knappen und global konzentrierten Ressource abhängt, ist Resilienz entscheidend.

 

Das ist der größere Zusammenhang für Helium.

 

Helium ist seit Jahren eine knappe Ressource.

 

Nur wenige Länder verfügen über die Ressource Helium, und die Preise sind über Jahrzehnte gestiegen – mit einem kontinuierlichen Anstieg im letzten Jahrzehnt aufgrund struktureller Engpässe und wachsender Nachfrage sowie zuletzt stärkeren Preissprüngen durch zusätzliche Marktstörungen. Es handelt sich nicht um ein kurzfristiges Problem, sondern um eine langfristige, strukturelle Herausforderung.

 

Für Verantwortliche im Gesundheitswesen stellt sich daher nicht nur die Frage nach den aktuellen Kosten von Helium. Entscheidend ist, ob eine kritische Bildgebungsmodalität weiterhin so stark von einer endlichen, volatilen und logistisch komplexen Ressource abhängig sein sollte.

 

Vor diesem Hintergrund geht es bei MRT-Systemen, die im Betrieb ohne Helium auskommen, um mehr als Nachhaltigkeit. Es geht um Resilienz durch Design.

 

Philips hat die BlueSeal-Technologie vor fast einem Jahrzehnt auf den Markt gebracht, um genau dieses Prinzip umzusetzen.

 

Diese Technologie reduziert die Abhängigkeit von einer knappen, nicht erneuerbaren Ressource erheblich: Statt durchschnittlich 1.500 Litern bei herkömmlichen MRT-Systemen werden nur 7 Liter Helium benötigt. Gleichzeitig entfällt das Nachfüllen von Helium über die gesamte Lebensdauer des Systems, was die Anfälligkeit für Lieferunterbrechungen, operative Komplexität und damit verbundene Kosten reduziert. Während die Anschaffungskosten von MRT-Systemen weitgehend stabil geblieben oder sogar gesunken sind, sind die Betriebskosten gestiegen – unter anderem durch Energie-, Installations- und heliumbezogene Kosten wie Quenches.

 

Diese Vorteile werden besonders wichtig bei Störungen – sei es durch Infrastrukturausfälle, Lieferengpässe oder Systemabschaltungen. Das versiegelte Magnetdesign verhindert Heliumverlust bei Abschaltung und ermöglicht einen einfacheren Neustart. Die bei konventionellen Systemen nötige Nachfülllogistik entfällt und mögliche Verzögerungen können vermieden werden. In Spanien, Portugal und Puerto Rico wurden diese Vorteile unter realem Druck im klinischen Alltag sichtbar und unterstützten die schnelle Wiederherstellung nach Störungen.

 

Es handelt sich also nicht um ein theoretisches Konzept ohne Praxisbezug. Seit 2018 hat Philips weltweit mehr als 2.220 Systeme mit der BlueSeal-Technologie installiert und damit im Vergleich zur Herstellung konventioneller Magneten über sechs Millionen Liter Helium eingespart [1]. Diese installierte Basis ist entscheidend, weil sie die Widerstandsfähigkeit real belegt.

 

Gleichzeitig müssen Kliniken und radiologische Praxen Vertrauen in ihre MRT-Systeme haben. Philips unterstützt Kundinnen und Kunden über das gesamte MRT-Portfolio hinweg – mit Liefervereinbarungen, Servicekapazitäten und Kontinuitätsplanung, die Betriebszeit und Versorgungsqualität sichern.

 

Dennoch wird deutlich, dass Verantwortliche in Gesundheitssystemen zunehmend überdenken, wie eine resiliente Infrastruktur langfristig aussehen sollte. Im MRT-Bereich gehört die Reduzierung der Abhängigkeit von knappen Ressourcen immer mehr zur Lösung.

 

Über viele Jahre wurde Innovation in der Bildgebung daran gemessen, was Systeme unter idealen Bedingungen leisten können. Heute ist in der Gesundheitsversorgung auch wichtig zu wissen, wie sich Technologie unter nicht idealen Gegebenheiten verhält.

 

Damit ist die Robustheit der Modalität MRT heute genauso wichtig wie ihre Leistung und Grund dafür, dass Systeme mit heliumfreiem Betrieb zunehmend an Bedeutung gewinnen.

 

Der Beitrag ist eine Übersetzung aus dem Englischen. Den Originalbeitrag lesen Sie hier.

Quellen 

[1] Berechnung: Die eingesparte Menge an flüssigem Helium im Vergleich zur Herstellung eines klassischen Magneten mit 1.500 Litern Helium.

Themen

Ioannis Panagiotelis

Business Leader Magnetresonanztomografie (MRT) bei Philips

 

Über den Autor:
Ioannis Panagiotelis ist Bereichsleiter für die MRT bei Philips. In dieser Funktion verantwortet er das globale MRT-Geschäft und treibt Innovationen für eine präzisere Bildgebung sowie KI-gestützte Diagnostik voran. Ioannis Panagiotelis hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der diagnostischen Bildgebung und war u. a. in leitenden Positionen bei GE HealthCare, Siemens Healthineers und Elekta tätig, mit Verantwortung für Marketing, kommerzielle Strategien und die vollständige P&L-Verantwortung in globalen Märkten.

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