Philips baut in Ulm die weltweit modernste Fertigungslinie für Laser-Dioden

April 24, 2014

  • Neues Verbundprojekt sichert Europas Führungsrolle bei vertikal emittierenden Laser-Dioden (VCSEL)
  • Die Investitionen sollen der Technologie neue Märkte wie ultraschnelle Datenübertragung, 3D-Druck oder intelligente Sensorik erschließen
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Europäische Union beteiligen sich bei der Finanzierung

 

Philips hat am Standort Ulm den Startschuss zum Aufbau der ersten europäischen Pilotlinie zur Entwicklung und Produktion von vertikal emittierenden Laser-Dioden (VCSEL) gegeben. In der neuen Pilotlinie sollen VCSEL-Dioden mit geringerem Energieverbrauch und mit bis zu doppelt so hoher Leistung entwickelt sowie zu wesentlich geringeren Stückkosten hergestellt werden. Das wird diesen speziellen Dioden neue Anwendungen ermöglichen und neue Märkte erschließen. Kamen die VCSEL-Dioden bisher hauptsächlich in Gaming-Mäusen zum Einsatz, sollen sie zukünftig in der ultraschnellen Datenübertragung, in industriellen Produktionsanlagen, in 3D-Druckern oder in Fahrzeugsensoren wachsenden Absatz finden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Europäische Union beteiligen sich an der Finanzierung der Pilotlinie, die im Rahmen eines größeren europäischen Verbundprojekts entsteht[1].

 

Unter der Leitung von Philips sind hieran fünf weitere europäische Unternehmen – insbesondere Zulieferer von Komponenten und industrielle Abnehmer - sowie die Technische Universität Eindhoven beteiligt. Das Verbundprojekt wird Europa als Kompetenzstandort für die Herstellung dieser speziellen Laser-Technologie weiter stärken. Die Partner haben zusammen 23 Millionen Euro in das Projekt eingebracht. Davon gehen allein neun Millionen Euro in die Entwicklung und den Aufbau der Pilotanlage in Ulm.

 

„Die rasante Entwicklung der vertikalen Laser-Dioden ist vergleichbar mit der der Leuchtdiode (LED), nur dass wir hier noch in den Kinderschuhen stecken. Klar ist: Wo große Datenmengen übertragen werden, wo Maschinen und Roboter ein künstliches Auge benötigen und auch in der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik wächst der Bedarf nach VCSEL-Dioden. Mit der Investition in die Pilotanlage in Ulm können wir unseren technologischen Vorsprung insbesondere auf die Wettbewerber aus den USA ausbauen“, sagt Joseph Pankert, General Manager von Philips Photonics.

 

In Ulm werden bereits seit dem Jahr 2000 vertikale Laser-Dioden entwickelt und hergestellt. Anfangs wurden die Dioden in Gaming-Mäusen eingesetzt. Seit 2006 forciert Philips die Weiterentwicklung der VCSEL-Dioden. Heute kommen sie als Lichtquelle in Nachtsichtkameras oder auch zur Übertragung von großen Datenmengen in Rechenzentren zum Einsatz. Darüber hinaus spielen vertikale Laser-Dioden in industriellen Produktionsprozessen eine immer wichtigere Rolle: Zum Beispiel in Sensoren zur Positions- und Geschwindigkeitsmessung oder in thermischen Prozessen zum Schmelzen von Kunststoffen oder Trocknen von Lacken.

 

Das Verbundprojekt VIDAP und die Förderung sind auf drei Jahre angelegt: Bis April 2017 soll die neue Fertigungslinie in Ulm die avisierte Kapazität und Produktivität erreichen.


[1] ENIAC Verbundprojekt „VCSEL for Illumination, Data-Communication and Power“ (VIDAP).

 

Philips Photonics

 Der Hauptsitz von Philips Photonics in Ulm wurde 2008 eingeweiht.

Daten Center

 Zu sehen ist das Innere eines hochleistungsfähigen Rechenzentrum. Vertikale Laserdioden werden zunehmend zur ultraschnellen Datenübertragung eingesetzt.  Bild: Google

Modul mit VCSEL Elementen

 Modul mit vielen VCSEL Elementen für die thermische Bearbeitung.

Joseph Pankert

Joseph Pankert ist seit 2009 General Manager von Philips Photonics.

Weitere Informationen für Journalisten:

Philipp Hinz

Unternehmenskommunikation

Philips Deutschland GmbH

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E-Mail: philipp.hinz@philips.com 

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Über die VCSEL-Diode

Die Technologie ist vergleichbar mit der Leuchtdiode (LED). In beiden Fällen sitzt ein künstlich hergestellter Kristall auf einer Leiterplatte, der durch Anlegen einer Spannung zum Leuchten gebracht wird. Bei einer LED ist das Ziel, sichtbares Licht mit einer Wellenlänge von etwa 450 bis 750 Nanometern (nm) zu erzeugen und dieses möglichst gleichmäßig verteilt abzustrahlen. Dementgegen erzeugt die VCSEL-Diode hochfokussiertes, unsichtbares Laser-Licht. Der Kristall emittiert das Infrarot-Licht von 800 nm bis 1.100 nm Wellenlänge senkrecht gerichtet zur Chipoberfläche.

 

Zu den wesentlichen, derzeitigen Anwendungen gehören:

  • Lichtquelle für Nachtsichtkameras
  • Übertragung großer Datenmengen per Glasfaserkabel (Daten Zentren)
  • Sensoren für Geschwindigkeit und Abstandsmessung
  • Thermische Anwendungen in Produktionsprozessen (z.B. Schmelzen von Kunststoffen oder Trocknen von Lacken)
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Über Philips Photonics

Philips Photonics ist 2006 aus der Akquisition des sechs Jahre zuvor gegründeten Unternehmens ULM-Photonics hervorgegangen. Heute hat der Unternehmensbereich insgesamt vier Standorte: Während in Ulm Photonics die VCSEL-Dioden entwickelt und produziert, werden an den Standorten in Eindhoven und Aachen nachgelagerte Anwendungen und Baugruppen wie Sensoren und industrielle Komponenten gefertigt. In Shanghai entsteht derzeit als vierter Standort ein Vertriebszentrum für den asiatisch-pazifischen Markt.

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Über Royal Philips

Royal Philips (NYSE: PHG, AEX: PHIA), mit Hauptsitz in den Niederlanden, ist ein Unternehmen, das auf Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet ist. Im Fokus steht die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen mit innovativen Lösungen aus den Bereichen Healthcare, Consumer Lifestyle und Lighting. Philips beschäftigt etwa 112.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern und erzielte in 2013 einen Umsatz von 23,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört zu den Marktführern in den Bereichen Kardiologie, Notfallmedizin, Gesundheitsversorgung für zuhause sowie energieeffizienten Lichtlösungen. Außerdem ist Philips einer der führenden Anbieter im Bereich Mundhygiene sowie bei Rasierern und Körperpflegeprodukten für Männer. Mehr über Philips im Internet: www.philips.de

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