Stellen Sie sich vor, was möglich wäre, wenn Radiologinnen und Radiologen nicht mehr fehlende Daten suchen, zwischen Anwendungen wechseln und wenig wertvolle Befundungen ausführen müssten. Wie können wir das Arbeitserlebnis für Radiolog*innen verbessern, damit sie sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können? Können wir Radiolog*innen dieselbe transformative Entlastung bieten, die Effizienzanwendungen für Unternehmen bereits Millionen von Wissensarbeitenden in anderen Sektoren gebracht haben? Wir glauben, dass wir es können. Stellen Sie sich vor, es gäbe eine einrichtungsweite Bildgebungsplattform, über die Sie Aufnahmen erfassen, verwalten und archivieren können und die in der gesamten Einrichtung die Zusammenarbeit an Datenbanken, Anwendungen und Arbeitsabläufen ermöglicht?
Radiologinnen und Radiologen, die sich mit Aufgaben ohne nennenswerten Nutzen befassen müssen, sind weniger effizient und nicht in der Lage, ihre klinischen Kolleg*innen mit fundierten und aussagekräftigen Informationen zu unterstützen. Wenn Radiologinnen und Radiologen nicht genügend Zeit haben, sich vertieft mit einem Fall auseinanderzusetzen, kann dies die Qualität und den Wert ihrer klinischen Erkenntnisse beeinträchtigen. Der folgende Artikel behandelt die Effizienzsteigerung, die sich mit einem einzelnen umfassenden Radiologiearbeitsbereich erzielen lässt.
Radiolog*innen müssen einen hohen Aufwand betreiben, um die erforderlichen Patienteninformationen für eine fundierte Beratung überweisender Kolleg*innen zu erhalten. Dies gilt insbesondere in komplexen klinischen Fachbereichen wie der Neurologie und der Onkologie, in denen neben Daten aus Bildgebungsstudien noch zahlreiche weitere Informationen aus z.B. pathologischen Befunden, molekularen Untersuchungen und Genprofilen hinzukommen.
3–5 % der radiologischen Fälle werden fehldiagnostiziert1
Häufig müssen einzelne Radiolog*innen am Tag 100 Fälle befunden, wovon mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens drei fehldiagnostiziert werden. Wird dann noch berücksichtigt, dass Unterschiede in der Ausbildung der Anwendenden bestehen und auch bei der Bilderfassung individuelle Unterschiede bestehen, stellt sich kaum noch die Frage, inwiefern einheitliche Benutzeroberflächen und Quantifizierungs-Tools über verschiedene Modalitäten hinweg von Nutzen sind. Auch finanziell birgt eine Standardisierung Vorteile.
575 Millionen US-Dollar ließen sich jährlich allein in den USA einsparen, wenn die Bewertung von Leberkrebstherapie standardisiert wäre2
Wir müssen die Realitäten erkennen, mit denen Radiologieteams täglich konfrontiert sind. Stressfaktoren, darunter ein hohes Fallaufkommen und die Anforderung, zwischen Betrachtungsumgebungen umschalten zu müssen, tragen zum Burnout-Syndrom bei Radiolog*innen bei. Wie COVID-19 uns nur allzu gut gezeigt hat, steht die diagnostische Bildgebung im Zentrum der modernen Gesundheitsversorgung. Die Anforderungen an schnelle, komfortable und aussagekräftige diagnostische Bildgebung wachsen stetig. Doch sowohl auf betrieblicher als auch auf klinischer Ebene belasten Workflow-Ineffizienzen das Personal erheblich. Für Radiologinnen und Radiologen äußert sich diese Belastung in großen Datenmengen, fragmentierten und ineffizienten Systemen, zunehmender Arbeitsbelastung und Komplexität der Fälle sowie steigenden Anforderungen an die Befundung. All dies kann Frustration, Burnout und das Gefühl der Entfremdung von der patientenzentrierten Gesundheitsversorgung begünstigen. Für Patient*innen bestehen Risiken wie verzögerte Gesundheitsversorgung oder potenzielle Fehldiagnose.
Werfen wir einen Blick auf einige der unmittelbaren Vorteile eines einheitlichen Ansatzes. Ein einziger, einheitlicher Arbeitsbereich für die Radiologie würde fortschrittliche 3D-Nachverarbeitung und Bildverteilung umfassen, die zur einfacheren Nutzung in einem zusätzlichen Viewer-Tab geöffnet werden.
Ein einheitlicher Arbeitsbereich würde es Benutzer*innen ermöglichen, unkompliziert die relevanten Analyse Tools aus über 70 fortschrittlichen Anwendungsoptionen in verschiedenen klinischen Domänen zu starten. Künstliche Intelligenz kann dazu beitragen, Aufgaben und Arbeitsabläufe zu automatisieren und Nutzungsmuster zu prognostizieren.
Jedes Jahr befunden die CT- und MR-Radiolog*innen des Hospital Nuestra Señora del Rosario in Madrid, Spanien etwa 35.000 hochspezialisierte Studien. Schätzungsweise 30 bis 40 % dieser Studien erfordern fortgeschrittene Bildgebung. Das Warten auf das Öffnen von Bildern in einer separaten Workstation für Bildnachverarbeitung hatte einen erheblichen Einfluss auf die Effizienz der Radiolog*innen. Integrierte Tools sparen „mindestens 1-2 Minuten pro Patient*in.“***
Jetzt, mit integriertem Arbeitsablauf innerhalb eines einzigen Workspace, sagt Dr. Eliseo Vañó Galván, kardiovaskulärer Radiologe und Leiter der CT- und MR-Abteilung: „Wir sparen mindestens ein bis zwei Minuten pro Patient*in. Das summiert sich am Ende des Tages zu einer großen Zeitersparnis für alle Spezialist*innen in unserer Abteilung. Mit dem neuen integrierten Workflow quantifizieren wir viel mehr als je zuvor.“
Ein einzelner All-in-One-Arbeitsbereich, der vollständig in die klinische Bildgebungsplattform und den diagnostischen Viewer integriert ist, bietet einfachen und effizienten Zugriff zu allen erforderlichen Tools der einzelnen klinischen Domänen. Ein-Klick-Zugriff auf Bildnachverarbeitungs-Tools – wie CT-Darmspiegelung, 3D-Bildnachverarbeitung und Spektralbildgebung – ermöglicht eine effiziente Befundung und unterstützt die Diagnosesicherheit.
Bereitstellung eines einzelnen Arbeitsbereichs mit relevanten Tools für eine sichere Befundung und die Erstellung aussagekräftiger Befunde, optimierter Arbeitsablauf sowie gesteigerte Effizienz mittels integrierter nativer 3D-Funktionen und Multimedia-Befundung
Bietet erweiterte Visualisierung mit einem robusten Satz von Tools für KI-gestützte quantitative Auswertung und automatische Ergebniserstellung.
Wie das Hospital Nuestra Señora del Rosario den Nutzen einer einheitlichen Arbeitsumgebung für die Radiologie erfährt