Digitale Pathologie kann den Weg zur personalisierten Krebsversorgung beschleunigen. Durch die Neudefinition diagnostischer Arbeitsabläufe erleichtert digitale Pathologie einen effizienten Informationszugriff und -austausch, verkürzt die diagnostischen Durchlaufzeiten und unterstützt die klinische Zusammenarbeit.
Wachsende Fallzahlen, ein Mangel an Patholog*innen, Herausforderungen im Arbeitsablauf und die Anforderung an eine zeitnahe, präzise Diagnose fördern die Einführung digitaler Pathologie. Digitale Pathologie definiert diagnostische Arbeitsabläufe neu – durch Bildgebung mit hoher Auflösung, die Möglichkeit zur Integration von künstlicher Intelligenz (KI)* sowie Fernbefundung und Fernkonsultation. Dank digitaler Pathologie können Pathologinnen und Pathologen effizienter auf Informationen zugreifen und diese gemeinsam nutzen, Fälle an andere Mitglieder des multidisziplinären Behandlungsteams weiterleiten, schneller Zweitmeinungen einholen und die gesamte diagnostische Bearbeitungszeit verkürzen – was letztlich zu einer personalisierten Krebsversorgung führt. Pathologielabore mit hohem Volumen in der digitalen Pathologie können telepathologische Dienstleistungen anbieten, wovon Krankenhäuser profitieren, die keine Pathologen vor Ort haben oder unter Kapazitätsengpässen leiden, indem sie Fälle auslagern können – ohne den zeitlichen Aufwand, die Kosten und die Verzögerung für den manuellen Transport von Objektträgern.
Philips führte 2017 die ersten digitalen Pathologielösungen ein, die von der FDA für den klinischen Einsatz zugelassen wurden. Seither hat Philips mehr als 300 Kund*innen weltweit bei der Einführung digitaler Pathologie unterstützt und auf diesen Systemen wurden über 38 Millionen Objektträger digitalisiert. Diese Implementierungen und umfassende Erfahrung haben bewährte Abläufe (Best Practices) aufgedeckt, die einen reibungslosen Übergang von analog zu digital ermöglichen.
Erstens sollte eine digitale Pathologie-Lösung benutzerzentrierte, intuitive Benutzeroberflächen enthalten, die den Übergang von mikroskopbasierten Arbeitsabläufen erleichtern. Zweitens unterstützen effektive Schulungsprogramme, einschließlich Schulungen zur Digitalisierung von Objektträgern, Pathologielabore bei der Einführung neuer Technologien. Umfassende Schulungen, häufig unter Verwendung der eigenen Objektträger des Labors, validieren die Wirksamkeit der Lösung und stellen sicher, dass sich Patholog*innen in ihrer neuen digitalen Umgebung sicher und kompetent fühlen. Philips unterstützt diese Schulungen durch Change Management, Workflow-Analyse und -Optimierung, um eine schnelle und möglichst stressfreie Transformation der Pathologieabteilungen zu ermöglichen. Ein ideales digitales Pathologiesystem lässt sich zudem effektiv in bestehende Labor-Informationssysteme integrieren, um sicherzustellen, dass relevante Daten im gesamten Versorgungsweg konsistent sind. Es ermöglicht zudem KI-Anwendungen*, die die Arbeitsbelastung von Patholog*innen senken, indem sie Fälle priorisieren, kritische Bereiche hervorheben und die Befunderstellung erleichtern.
Sobald digitale Pathologiesysteme eingeführt sind, ist es unerlässlich, die aus ihrer Nutzung gewonnenen Erkenntnisse zu verwerten und Chancen für weitere Verbesserungen des Arbeitsablaufs zu identifizieren. Diese fortlaufende Evaluation stellt sicher, dass die digitalen Systeme ihr volles Potenzial ausschöpfen, was zu einer verbesserten Effizienz und diagnostischen Genauigkeit führt.
Das Feedback der Systembenutzer ist äußerst positiv; 100 % der befragten Pathologinnen und Pathologen gaben an, dass die Digitalisierung hilft, einen diagnostischen Konsens zu erreichen1, und Studien zeigen eine Zeitersparnis von bis zu 19 h pro Tag1 bei der Falllogistik und Befundung.
Mit einer der weltweit größten installierten Basen hat Philips Pathologielabore dabei unterstützt, durch die Umstellung auf digitale Pathologie-Arbeitsabläufe beeindruckende Ergebnisse zu erzielen. Das Personal passt sich innerhalb von acht Tagen und nach nur sechs h Schulung an das neue digitale System an und erzielt Effizienzsteigerungen von 25 %. 1 Wird KI hinzugefügt, kann die Effizienz um bis zu 37 % gesteigert werden. 2 Bei ProstataKrebs reduziert KI die Diagnosezeit von 1,8 Tagen auf 9,4 Minuten, 2 verglichen mit dem Versorgungsstandard am Mikroskop. KI hat außerdem eine hohe Genauigkeit bei der Erkennung von pathologischen Befunden in verschiedenen Gewebetypen gezeigt.3,4
Unsere digitalen Pathologiesysteme haben sich über Jahre im klinischen Einsatz bewährt und ermöglichen Pathologielaboren, neue, effizientere Arbeitsweisen zu etablieren. Zum Beispiel nutzt die Ohio State University, ein Vorreiter der digitalen Pathologie, die digitale Pathologie-Lösung von Philips für klinische medizinische Versorgung, Forschung und Telepathologie und erstellt im Durchschnitt mehr als 2.300 Scans pro Tag.5 Die Krankenhäuser Paris Saint-Joseph & Marie Lannelongue verwenden ebenfalls die Philips-Lösung, um multidisziplinäre Tumorkonferenzen bei der Auswahl personalisierter Versorgungswege zu unterstützen, und es gibt viele weitere Anwendungsbeispiele weltweit.5
Die Transformation zu einem volldigitalen Pathologie-Arbeitsablauf optimiert die Laborabläufe und verbessert die Effizienz von Pathologen. Sie ermöglicht eine effizient durchgeführte Bildverarbeitung, Zusammenarbeit an anderen Standorten und schnellere Diagnostik und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und klinische Zusammenarbeit. Die Einführung digitaler Pathologie ist für Pathologielabore entscheidend, um Behandlungsteams zu unterstützen, die den bestmöglichen Weg für jeden Patienten und jede Patientin entwickeln und eine personalisierte, zugängliche medizinische Versorgung bei Krebs gewährleisten.