Der Imperial College Healthcare NHS Trust steht vor derselben Herausforderung wie viele andere Gesundheitseinrichtungen: Es fehlen an allen Ecken und Enden qualifizierte Radiologinnen und Radiologen, um die Nachfrage nach bildgebenden Untersuchungen zu decken. Das gilt vor allem für komplexere Prozeduren wie Kardio-MRT. Der Trust führte ein zwölfmonatiges Pilotprojekt mit der virtuellen Supportlösung Philips Radiology Operations Command Center durch, um zu prüfen, ob die Lösung ausreichend Skalierbarkeit bieten würde, um die Schulungsdauer zu verkürzen, die Ausbildung zu optimieren und mehr MTR in Kardio-MRT zu schulen.
Die Standorte Hammersmith und St. Mary’s Hospital des Imperial College Healthcare NHS Trust verzeichnen ein hohes Patientenaufkommen, verfügen über sechs MR-Scanner, die mit dem Radiology Operations Command Center verbunden sind, sowie über drei Command Center (zwei davon fest installiert) und bieten, je nach Standort, verschiedene Kernspintomographie-Dienstleistungen. Jeder Standort steht unter Kapazitätsdruck, insbesondere im Bereich der Kardio-MRT. Das Arbeitsumfeld ist geprägt durch hohe Personalfluktuation, Mangel an erfahrenem Personal und eine ineffiziente Nutzung der Zeit des medizinischen und nichtmedizinischen Personals.
Radiology Operations Command Center ist eine herstellerneutrale, modalitäten- und standortübergreifende virtualisierte Support-Lösung. Sie ist abwärtskompatibel, sicher und kann Bildgebungsexpert*innen in einem Command Center oder einem Arbeitsbereich nahtlos mit MTRs an Scan-Standorten in der gesamten Organisation verbinden. Mitarbeitende an der Scannerkonsole können in Echtzeit Anweisungen von leitenden oder erfahreneren Kolleg*innen erhalten, selbst wenn diese sich in einem anderen Stockwerk oder Gebäude befinden. Weniger erfahrene Mitarbeitende können auch direkt von Ausbilder*innen im Radiology Operations Command Center geschult werden.
Mit der Durchführung einer Pilotstudie zum Radiology Operations Command Center hoffte der Trust, die Schulungsdauer zu verkürzen, die Ausbildung der MTR zu optimieren und den Anteil der in Kardio-MRT geschulten MTR zu erhöhen. Imperial wollte zudem prüfen, ob das virtuelle Trainingserlebnis effektiv und im gesamten Trust sowie seinen integrierten Gesundheitsversorgungssystemen skalierbar ist. Zu den Kennzahlen gehörten die Verringerung der mittleren Scan-Dauer für Kardio-MRT sowie der Anzahl der Rückrufe, Wiederholungsscans und wiederholten Sequenzen.
Der Einsatz des Radiology Operations Command Centers für die Ausbildung am Imperial College Healthcare NHS führte zu einer 100 %-igen Steigerung der Ausbildungskapazität für Kardio-MRT. Die durchschnittliche MR-Scandauer verringerte sich um etwa zwei Minuten je Untersuchung. Bei Kardio-MRT-Scans verringerte sich die Scandauer um 11 % (sieben Minuten) und bei kardialen Stress-MR-Scans um 9 % (sechs Minuten). Während des Pilotprojekts wurden bei 40 % der Untersuchungen unnötige Sequenzen vermieden.
Darüber hinaus ermöglichte das Radiology Operations Command Center die Schulung von doppelt so vielen MTR im gleichen Zeitraum (die Schulung von 10 MTR dauerte 10 Wochen gegenüber vorher 20 Wochen). Diese Schulung erhöhte die Kapazität der Einrichtung, sodass 2023 in der Schicht von 17 bis 20 Uhr im Vergleich zum Vorjahr 91 % mehr Herzpatient*innen gescannt werden konnten (271 Patienten gegenüber 142 im Jahr 2022).
Im Pilotprojekt wurde bei Nutzung des Radiologie Operations Command Centers eine Wiederholungsrate von 0 % bei Untersuchungen erzielt. In der Vergangenheit wurden alle Herzpatient*innen an zwei der vier Scanner an den Standorten gescannt. Durch den Einsatz des Radiology Operations Command Centers während des Pilotprojekts konnten von Juli bis Dezember 2023 weitere 50 Patient*innen an einem dritten Scanner gescannt werden. Das war möglich, da mittlerweile mehr Personen in Kardio-MRT geschult werden konnten.
Philip Gregory ist Praxisanleiter und fördert Schulungen und Trainings im postgradualen Bereich. Zusätzlich entwickelt er eine Bildgebungsakademie für NHS England. Er weist darauf hin, das die MTR des NHS auf bestmöglichem Niveau geschult werden müssen, um das Potenzial der Geräte voll auszuschöpfen und die bestmöglichen Outcomes für die Patientinnen und Patienten zu erzielen. Seine Herausforderung bestehe darin, Schulungen, Trainings und Unterstützung in voll ausgelasteten Umgebungen durchzuführen und die am besten qualifizierten MTR des NHS optimal einzusetzen. Er hat den Mehrwert erkannt, den das Radiology Operations Command Center bei der Durchführung von Scans, insbesondere bei der Kardio-MRT, bietet. „Da wir im Wesentlichen in der Lage waren, unseren Kontrollraum zu duplizieren, können unsere Expert*innen im Command Center bleiben. Und dann können statt nur einer Person zwei Auszubildende am Bedienfeld des Scanners sitzen.“
Wir haben die Anzahl der Mitarbeiter, die wir im gleichen Zeitraum ausbilden können, durch die Nutzung des Radiologie Operations Command Center verdoppelt. Ein Superbenutzer kann hereinkommen, das Command Center betreten und innerhalb einer Minute Zugriff auf mehrere Scanner an verschiedenen Standorten erhalten. Und das ist wirklich speziell.
Das Radiology Operations Command Center bietet auch für erfahrene MTR einen Mehrwert, da es ihr Fachwissen vertieft und
ihnen neue Möglichkeiten bietet, ihr Wissen effektiv mit Kolleginnen und Kollegen im Haus, in der Region und im ganzen Land zu teilen. Für Patientinnen und Patienten ist es wertvoll, weil sie nicht mehr so viel Zeit im Scanner verbringen müssen. Gregory weist auch auf den Vorteil der Mitarbeiterbindung hin. „Das bedeutet, dass alle MTR die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden“, sagt er. Da das Radiology Operations Command Center herstellerneutral ist, kann es zur effizienten Schulung von MTR an unterschiedlichen Systemen und Standorten eingesetzt werden, was die Mobilität der Belegschaft innerhalb des NHS fördert.
David Tao, Clinical Services Manager Bildgebung am Imperial College Healthcare NHS Trust, leitete während des Pilotprogramms die MRT-Abteilung am Imperial. „Das Radiology Operations Command Center ermöglicht es dem NHS, MTR so auszubilden, dass sie unabhängig sind und ihr Potenzial beruflich frei entfalten können. Ausbildungsstandards und -qualität sind dabei vergleichbar“, sagt er. „Was sich aber deutlich verbessert hat, sind die Geschwindigkeit und Effizienz, mit der wir jetzt ausbilden.“
Das Überraschendste an dieser Technologie ist für mich, wie einfach sie zu bedienen ist. Ich konnte mich anmelden, etwas betrachten und überwachen. Es ist tatsächlich eine sehr benutzerfreundliche Technologie. Die Kollegen, die das System als Trainees genutzt haben, fühlten sich von den Super-Benutzern sehr unterstützt.
Katie Pantling, Praxis-Ausbildungsbeauftragte, betreut Studierende im Bachelorstudium an verschiedenen Standorten des Imperial College Healthcare NHS Trust. Ihr Ziel ist es, Wege zu finden, um die Ausbildung und Praktika zu erleichtern, damit dem steigenden Studierendenaufkommen an den Universitäten Rechnung getragen werden kann. Da die Ausbildung im Grundstudium meist den Fokus auf konventionelles Röntgen legt, setzt sie sich dafür ein, die MRT-Ausbildung zu intensivieren, um dem Bedarf des Trust besser gerecht zu werden. Sie sieht den Mehrwert in der Nutzung des Radiology Operations Command Centers darin, dass der Trust eine Lernumgebung außerhalb des klinischen Umfelds schaffen kann, in der sie Studierende in der komplexen Modalität MRT effektiv ausbilden kann.
Pantling sagt: „Ich konnte drei Kolleg*innen an drei verschiedenen Scannern im Hintergrund Hilfe leisten, während sie ihre Scans durchführten.“ Ich denke, das wirkt sich positiv auf das Selbstvertrauen der MTR in der Ausbildung aus. Weil ich drei verschiedene Monitore habe, könnte ich beispielsweise auf dem Bild eines meiner Patienten ein metallisches Artefakt sehen. Dann kann ich sagen: „Okay, schau dir das an. Jetzt sag mir, was auf diesem Bild zu sehen ist. Lass uns darüber reden. Sieh dir meine drei Scanner an. Einer dieser Patienten bewegt sich. Sag mir, welcher es ist und woran du das erkennst.“
Ich konnte drei verschiedene Scanner im Hintergrund laufen lassen und dabei drei Kollegen Hilfe leisten, während sie ihre Scans durchgehen… Ich denke, das wirkt sich positiv auf das Selbstvertrauen der MTR in der Ausbildung aus.
„Wir können über die Physik sprechen und über die Gewichtungen, denn bei drei verschiedenen Monitoren gibt es fast eine Garantie, dass auf einem ein T2-Bild und auf einem anderen ein T1-Bild ist – und falls nicht, erscheint in 30 Sekunden eines. Deshalb eignet es sich sehr gut als Lehrmittel, da sich in Echtzeit genug ändert und genug Gesprächsstoff bietet, sodass wir uns intensiv mit einer für sie sehr schwierigen Modalität auseinandersetzen können. Was die Technologie, die Physik und die Anatomie betrifft, ist es einfach so anders als herkömmliche Röntgenbilder.“
Pantling schätzt die Fülle an Inhalten, die ihr beim Unterrichten zur Verfügung stehen, während das Scannen in Echtzeit stattfindet. Sie sagt: „Ich finde – sowohl aus meiner Sicht als auch aus der Sicht der Studierenden –, dass es ziemlich dynamische Unterrichtseinheiten sind.“ Ich stehe nicht vor einer PowerPoint-Präsentation und arbeite strukturierte Notizen ab. Das Ganze fühlt sich viel echter und aufregender an, viel mehr so: ‚Oh, schau mal, das ist interessant, sieh mal, hier gibt es einen pathologischen Befund – sag mir, was dir daran ungewöhnlich erscheint. Und hier haben wir gerade ein richtig schönes Bild bekommen. Lasst uns über die Anatomie sprechen.‘ Und ich denke, das hat das Engagement der Studierenden wirklich verbessert.“
Die Nutzung des Radiology Operations Command Centers hat es dem Imperial College Healthcare NHS Trust ermöglicht, seine Kapazitäten für die Herzdiagnostik erheblich zu steigern und dabei sowohl weniger erfahrenen als auch sehr erfahrenen MTR sowie – vor allem – den Patientinnen und Patienten Vorteile zu bieten.
Erhöhung der Kapazität am NHS durch virtuelle Schulungen: Philips Radiology Operations Command Center