Im „Becker’s Healthcare Podcast“ spricht Dr. Shez Partovi, Chief Innovation and Strategy Officer und Chief Business Leader of Enterprise Informatics bei Philips, über die digitale Transformation im Gesundheitsmarkt. Einer der spannendsten Trends, die er beobachtet hat, ist die Entwicklung von der reinen Datenanzeige hin zur Einbindung von Erkenntnissen. Dabei wird KI eingesetzt, um Erkenntnisse über Daten zu legen, ähnlich wie ein Navigationssystem Tankstellen und deren Preise anzeigt. Ein Beispiel für diesen Ansatz ist der Einsatz von KI, um Flächen von Interesse oder potenzielle pathologische Abweichungen auf medizinischer Bildgebung einzutragen.
Dr. Partovi stellt jedoch fest, dass eine Herausforderung hierfür in der Datenverfügbarkeit besteht. Daten werden im Gesundheitsmarkt nach wie vor größtenteils isoliert gespeichert, so dass es schwierig ist, alle Daten zusammenzuführen, um Erkenntnisse zu gewinnen. Datenliquidität ist unverzichtbar, wenn man Daten in Erkenntnisse umwandeln und diese für Klinikteams aufbereiten möchte. Zwar gibt es Fortschritte bei der Integration und der Interoperabilität von Daten, doch die Datenliquidität steht einer entsprechenden Lösung in vielen Fällen noch im Weg.
Das Konzept der einrichtungsweiten IT-Lösungen umfasst heute die Technologie und Software, die mühe- und reibungslose Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen ermöglichen. Mit diesem Ansatz sollen Workflows begünstigt werden, mit denen sich klinische Mitarbeitende auf relevante Aufgaben konzentrieren und Spitzenleistungen erbringen können. Im Fall der MRT umfasst eine einrichtungsweite IT-Lösung sämtliche Workflows für die Patientenvorbereitung, das Datenmanagement, die Befundung und die Therapie im Zusammenhang mit der MRT. Dr. Partovi zufolge ist es für Technologieunternehmen wie Philips wichtig, mit Gesundheitssystemen und -dienstleistern zusammenzuarbeiten, um auch Feinheiten der Workflows nachzuvollziehen und effektiv zu automatisieren.
Für eine Verbesserung der digitalen Strategie empfiehlt Dr. Partovi, sich auf drei Schlüsselelemente zu konzentrieren: Menschen, Prozesse und Plattform. Organisationaler Wandel erfordert die richtigen Mitarbeitenden und Führungskräfte sowie eine Kultur, die die Offenheit für neue Technologien fördert. Bei den Prozessen ist es entscheidend vom Ziel – dem Nutzen für die Patientinnen und Patienten – ausgehend rückwärts zu planen, und nahtlose digitale Abläufe zu schaffen. Schließlich ist die Einführung eines Cloud-First-Ansatzes entscheidend, um die neuesten Technologien wie generative KI zu nutzen, die die Rechenleistung und Effizienz der Cloud benötigt.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Dr. Partovi vor allem das Potenzial generativer KI, Aufgaben zu automatisieren, Abläufe reibungsloser zu gestalten sowie Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal die volle Nutzung ihrer Qualifikation zu ermöglichen. Durch die Digitalisierung von Patientenakten wurden enorme Datenmengen erzeugt, die nun mittels generativer KI zur Verbesserung der Patientenversorgung genutzt werden können. Darüber hinaus betont er die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsinitiativen im Gesundheitsmarkt, da Menschen nur auf einem gesunden Planeten auch ein gesundes Leben führen können. Eine stärkere Sensibilisierung für den Anteil der Gesundheitsbranche am CO2-Ausstoß begünstigt auch mehr Nachhaltigkeitsinitiativen.
Er schlussfolgert, dass es zwar einen Hype rund um die Themen KI und Digitalisierung im Gesundheitswesen gibt, jedoch bereits jetzt praktische Fortschritte und Verbesserungen erzielt werden.
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