Positionspapier
Die Zukunft der Gesundheitsversorgung bei Schlaganfällen gestalten.
Der akute ischämische Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Ursache für Mortalität und eine Hauptursache für langfristige Behinderung1. Weltweit erleidet jeder vierte Erwachsene über 25 Jahre im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall2. Eine möglichst schnelle Reaktion ist dabei für die Bereitstellung zeitkritischer, lebensrettender medizinischer Versorgung von äußerster Wichtigkeit. Und obwohl jede Sekunde zählt, erhalten im Durchschnitt 40 % der Schlaganfall-Patient*innen die entsprechende grundlegende Behandlung zu spät3. Bis 2050 können wir mit über 30 Millionen neuen Schlaganfällen pro Jahr rechnen4. Könnten wir gemeinsam mehr tun, um die Schlaganfallversorgung zu beschleunigen und potenziell 12 Millionen Todesfälle durch Schlaganfälle zu verhindern4?
Es besteht kein Zweifel daran, dass die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Schlaganfallversorgung bahnbrechend waren. Mehrere randomisierte Studien haben die Wirksamkeit der mechanischen Thrombektomie (MT) bei raschen Interventionen bei Schlaganfall-Patient*innen mit Obstruktionen großer Gefäße belegt. Die Ergebnisse sprechen für sich. Trotz der überwältigenden Evidenz für die Effektivität von MT hat bisher nur ein Bruchteil der Schlaganfallpatient*innen Zugriff auf diese Therapie 5.
Gesundheitssysteme, die in der Lage sind, MT durchzuführen, müssen weiterhin viele Hürden überwinden, bevor die Maßnahme angewendet werden kann. Dazu gehören die Verfügbarkeit von spezialisierten Fachkräften und von Betten auf der Neuro-Intensivstation sowie die Abstimmung in Bezug auf und Planung der Versorgung von Intensivpatient*innen in regionalen und landesweiten Schlaganfallnetzwerken. All dies zusammen kann zu einer schweren Unterbehandlung von Schlaganfallpatient*innen führen.
In diesem Positionspapier erörtern wir, wie wir am besten das Tempo der Veränderung beschleunigen und Gesundheitssysteme so ausstatten können, dass sie die notwendige Infrastruktur und Zugänglichkeit schaffen. Dies kann gelingen, indem wir den Zugang zu MT verbessern und die Gesundheitsversorgung im Bereich Schlaganfälle optimieren.
Unsere datenbasierten Einblicke in die Infrastruktur und Ineffizienzen bei der Schlaganfallversorgung offenbaren die unangenehme Realität der Schlaganfall-Epidemiologie auf globaler und lokaler Ebene. So machen sie nicht nur deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Ungleichheiten zwischen ländlichen und städtischen Gemeinden sichtbar, sondern sie zeigen auch, dass große Unterschiede im Zugang zu Ressourcen vorliegen: etwa zu Zentren, die rund um die Uhr an allen Wochentagen verfügbar sind, oder zu Schlaganfallnetzwerken und qualifiziertem Personal. Diese Situation muss angegangen werden, wenn wir die Einführung von MT fördern und dessen wahres Potenzial ausschöpfen wollen.
Das Positionspapier erklärt, warum der erste entscheidende Schritt zur Innovation in der Schlaganfallversorgung darin besteht, das Pflegepersonal untereinander besser zu vernetzen. Es zeigt die wichtigsten Lösungen auf, die zu einer schnelleren Versorgung beitragen könnten – von integrierten Netzwerken mit einfachen Austauschfunktionen bis hin zu effektiven Möglichkeiten, Unsicherheiten schon beim ersten medizinischen Kontakt zu verringern.
Innovationen und Verbesserungen für aktuelle Modalitäten und Arbeitsabläufe werden ebenfalls untersucht. Es wird in diesem Zusammenhang auch der Frage nachgegangen, warum die Einführung des Ansatzes Direct to Angio Suite (DTAS) zu vermutlich zeitsparenderen Verlegungen führt, die Zeit bis zur Behandlung drastisch verkürzt und potenziell die Behandlungsergebnisse verbessert.
Informationslücken sowie Schwierigkeiten in der Kommunikation und beim Zugriff auf die Schlaganfallexpertise können zu Verzögerungen führen, die für Schlaganfallpatient*innen tragische Folgen haben. Gemeinsam können wir die Auswirkungen von Schlaganfallereignissen verringern und Patient*innen möglicherweise dabei helfen, ihr Leben wieder so zu führen, wie sie es möchten. Um mehr zu erfahren und zu entdecken, wie die Optimierung der Schlaganfall-Behandlungsroutinen die Versorgungswege besser vernetzen und wertvolle Zeit und damit Leben retten kann, laden Sie das Positionspapier noch heute herunter.