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Babyernährung

Down-Syndrom-Babys und Stillen

Von Philips

12/22/2022

3-4 Min. Lesezeit

Image of a mom with baby

Säuglinge mit Down-Syndrom können stark vom Stillen profitieren. Doch ihre Eltern stehen oft vor großen Hindernissen – und benötigen zusätzliche Unterstützung.

Babys mit dem Down-Syndrom sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Sie haben ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Probleme und können vom ausschließlichen Stillen über die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 6 Monate profitieren.

Das Stillen von Säuglingen mit Down-Syndrom kann jedoch eine Herausforderung darstellen. Dies ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, die spezifisch für das Down-Syndrom sind, wie z.B. ein schwächerer Muskeltonus (Hypotonie) und Fehlbildungen der Mund- und Rachenstrukturen, die das Saugen und Schlucken erschweren können.

Obwohl Eltern von Säuglingen mit Down-Syndrom mit dem Stillen beginnen, hören sie oft früher auf als Mütter von Säuglingen ohne Down-Syndrom. Um eine bessere Vorstellung von den Schwierigkeiten zu bekommen, mit denen sie konfrontiert sind – und um Wege zu finden, dieser Gruppe ein erfolgreicheres Stillen zu ermöglichen – haben Forschende der James Cook University in Australien 16 Studien ausgewertet.

Hindernisse beim Stillen


Allein die Tatsache, dass ein Säugling mit dem Down-Syndrom geboren wird, ist an sich schon ein Hindernis für das Stillen. Die Eltern berichteten von mehreren spezifischen Gesundheitsproblemen – von der Frühgeburt bis hin zu Herzfehlern. Babys mit Down-Syndrom sind oft nicht in der Lage, eindeutige Signale zum Füttern zu geben. Sie können extrem schläfrig sein und sind nur schwer zum Stillen zu wecken. Außerdem kann es sein, dass diese Kinder mit unmittelbaren gesundheitlichen Problemen geboren werden, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern – was eine Trennung vom stillenden Elternteil bedeutet.

Alle frischgebackenen Mütter sehen sich beim Stillen mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, und so ist es nicht überraschend, dass Mütter von Babys mit Down-Syndrom von ähnlichen Problemen berichten. Dazu gehören die Wahrnehmung einer unzureichenden Milchversorgung, postnatale Erkrankungen, psychische Probleme (Depressionen, Stress, Müdigkeit usw.) und mangelndes Wissen über das Stillen. Die Autoren einer Studie schlugen sogar vor, dass das Gefühl der Mutter, die Milchversorgung sei unzureichend, das Ergebnis der Probleme des Babys mit Down-Syndrom beim Saugen sein könnte.

Mangel an praktischer Hilfe


Leider wussten einige frischgebackene Eltern nicht einmal, dass es möglich war, ihr Kind mit Down-Syndrom zu stillen – während andere nicht die richtigen Techniken für erfolgreiches Stillen kannten.

Auch medizinisches Fachpersonal stellte ein Hindernis für das Stillen dar – vor allem, wenn es das Stillen nicht unterstützte, nicht förderte oder nicht glaubte, dass Babys mit Down-Syndrom die Fähigkeit haben, erfolgreich zu stillen.

Einige Mütter hatten das Gefühl, dass sie nicht ermutigt wurden oder ihnen keine praktische Hilfe angeboten wurde und das medizinische Fachpersonal sie zur Flaschennahrung drängte. Außerdem bestand das Risiko, dass Babys mit Down-Syndrom über eine nasogastrale Sonde ernährt werden. Wenn dies in den ersten sechs Monaten geschieht, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden. 

Fachliche Unterstützung


Die gute Nachricht ist, dass die Chancen, dass ein Baby mit Down-Syndrom gestillt werden kann, erhöht werden können. Der Schlüssel dazu ist fachliche Unterstützung. Wenn medizinisches Fachpersonal frühzeitig damit beginnt, können viele Probleme bereits im Keim erstickt werden.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Anlegen und dem Ausstreichen der Muttermilch gewidmet werden – sowie der Ermutigung der Mütter, es weiter zu versuchen, auch wenn es schwierig wird. Bei Bedarf sollten Sie die Hilfe einer Stillberaterin mit Erfahrung mit Down-Syndrom in Anspruch nehmen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das Verständnis für das Stillen und wie es funktioniert. Das könnte erklären, warum Mütter mit Stillerfahrung offenbar besser zurechtkommen. Am wichtigsten ist, dass Eltern ermutigt werden, es weiter zu versuchen, wenn sie auf Hindernisse stoßen. Sie sollten wissen, dass sie bei Bedarf Hilfe bekommen. Nicht zu vergessen ist auch die Kraft einer mitfühlenden Familie und von Freunden. Ihre Unterstützung kann viel dazu beitragen, Eltern zu beruhigen und ihnen bei Bedarf eine liebevolle Hand zu reichen.

Referenzmaterial
Zhen L, Moxon J, Gorton S, Hook D. Can I breastfeed my baby with Down syndrome? A scoping review. J Paediatr Child Health. 2021 Sep 29.

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