Füttern für Baby
Von Philips
07/25/2025
3-4 Min. Lesezeit

Ist es sicher, Säuglingen unmittelbar nach einer Lippenspalten-Operation an der Brust zu stillen oder ein Fläschchen zu geben? Und was ist mit der Ellenbogenfixierung?
Wenn ein Säugling mit einer Lippenspalte geboren wird – einer der häufigsten Geburtsfehler – ist eine Operation erforderlich, um die Lippe zu rekonstruieren. Dies geschieht in der Regel im Alter von 3-6 Monaten, wenn das Baby schnell wächst und weiterhin an der Brust oder mit dem Fläschchen gefüttert werden muss.
Unmittelbar nach der Operation werden die Babys jedoch traditionell an alternative Fütterungsmethoden wie eine Tasse, einen Löffel oder eine Spritze gewöhnt. Dies wird oft empfohlen, um Spannungen an der Inzision zu vermeiden, so dass das Baby nicht Gefahr läuft, eine Dehiszenz – das Aufreißen der Wunde – zu erleiden. Und das alles mit dem Ziel, so schnell wie möglich zu normalen Ernährungsmethoden zurückzukehren.
Aber ist diese Vorsichtsmaßnahme wirklich notwendig? Um das herauszufinden, haben Forschende aus Japan Studien ausgewertet, die auf Englisch und Japanisch veröffentlicht wurden und bis ins Jahr 1950 zurückreichen. Sie wollten herausfinden, ob das Stillen oder das Füttern mit der Flasche irgendeinen Einfluss auf den chirurgischen Schnitt hat. Schließlich scheint eine normale Fütterung der beste Weg für das Baby zu sein, sich zu erholen und in Bezug auf Gewichtszunahme und Wachstum auf Kurs zu bleiben.
Von den 342 Babys, die in die Studien einbezogen wurden, hatten nur zwei eine Dehiszenz erlitten – ein Baby aufgrund eines versehentlichen Sturzes. Der Grund für den anderen Fall einer teilweisen Dehiszenz wurde nicht vermerkt. Abgesehen von diesen zwei Vorfällen fanden die Forschenden keinerlei Fälle von Dehiszenz, wenn die Babys unmittelbar nach der Operation wieder gestillt oder mit der Flasche gefüttert wurden.
Dehiszenzen sind so selten, dass die Forschenden empfehlen, sie sofort zu melden und als Sentinel-Ereignis zu untersuchen, um Fahrlässigkeit oder medizinische Fehler auszuschließen.
Nach der Lippenspalten-Operation nahmen die Babys, die unmittelbar nach der Operation gestillt wurden, bis zu sechs Wochen deutlich mehr an Gewicht zu als Babys, die mit dem Löffel gefüttert wurden. Bis zum ersten Monat nach der Operation hatten die gestillten Babys im Durchschnitt 28 % ihres Gewichts vor der Operation zugenommen. Und nach drei Monaten betrug die Gewichtszunahme bis zu 67 %.
Vergleichen Sie dies mit der Gruppe der Säuglinge, die mit Bechern oder Spritzen gefüttert wurden. Sie nahmen bis zum ersten Monat nach der Operation im Durchschnitt nur 17 % und nach drei Monaten 43 % zu. Abgesehen von der Gewichtszunahme wurde auch festgestellt, dass die alternativen Fütterungsmethoden die Babys in Bedrängnis bringen – was sie zum Weinen bringen kann und wiederum Stress für den heilenden Schnitt bedeutet. Wobei Stress genau das ist, was diese Babys vermeiden müssen, um eine Dehiszenz zu verhindern.
Die Forschenden untersuchten auch Formen der Ellenbogenfixierung nach einer Lippenspaltenreparatur, die in Krankenhäusern als Maßnahme eingesetzt werden, damit das Baby die Operationsstelle nicht berühren oder beschädigen kann. In randomisierten Studien wurden keine Unterschiede zwischen den Babys gefunden, die fixiert wurden, und denen, die nicht fixiert wurden – was die Notwendigkeit einer solchen Fixierung in Frage stellt.
Die Forschenden fragten sich auch, ob die Fixierung nicht sogar noch mehr Probleme verursachen könnte, indem sie das Risiko von Unfällen oder das Schreien des Babys erhöht – beides führt zu Spannungen an den Nähten in der Lippe des Babys. Die Vorteile des sofortigen Stillens oder Flaschenfütterns waren sogar so eindeutig, dass die Forschenden von weiteren Studien mit Kontrollgruppen als unethisch abrieten.
Laut den Studien können Babys nach einer Lippenspalten-Operation auch sicher am Daumen, den Fingern oder einem Schnuller saugen, um sich zu beruhigen. Zudem traten bei den Babys keine weiteren Probleme mit dem chirurgischen Schnitt auf, wie Schwellungen, Blutungen oder Infektionen. Das ist eine gute Nachricht für die Babys, ihre Eltern und diejenigen, die sich um sie kümmern.
Es scheint der beste Rat zu sein, das Baby ruhig und glücklich zu halten. Es ist wichtig, dass Babys nicht weinen, damit sie die Operationsstelle nicht belasten. Eine schnelle Rückkehr zur normalen Fütterung des Babys verringert die Unannehmlichkeiten. Das Baby kann weiterhin ausreichend Nahrung aufnehmen, um an Gewicht zuzulegen und zu wachsen. Und wie alle Hebammen und andere medizinische Fachkräfte sehr gut wissen, sind Ernährung und Wohlbefinden der Schlüssel zur Heilung.
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Matsunaka E, Ueki S, Makimoto K. Impact of breastfeeding or bottle-feeding on surgical wound dehiscence after cleft lip repair in infants: a systematic review protocol. JBI Database System Rev Implement Rep. 2015 Oct;13(10):3-11.