Fütterung für Baby
Brustwarzenver- änderung während der Milchabgabe

Bei einigen erstgebärenden Müttern, die mit dem Stillen beginnen, verläuft dies nicht immer reibungslos. In einer Studie1 hatten bis zu 40 % der erstgebärenden Mütter Probleme, ihr Kind richtig an die Brust zu legen – 38 % litten zu Beginn der Stillzeit unter wunden und rissigen Brustwarzen. Könnte dies an der Anatomie der Brust der Mutter liegen? Frühere Studien untersuchten den Einfluss großer, flacher und invertierter Brustwarzen auf das Stillen, während andere die Länge der Brustwarzen untersuchten. Dies veranlasste Forschende in Kalifornien zu einer umfassenderen Studie über Variationen in der Brustanatomie und darüber, wie diese zu Stillproblemen2 am Anfang führen können.
In ihrem privaten Untersuchungsraum des Stillzentrums des Baby-Friendly French Hospital Medical Center untersuchten Forschende 119 Mütter mit voll ausgetragenen Babys unter 6 Wochen – darunter Mütter mit europäischer, hispanischer/lateinamerikanischer, asiatischer, afro-amerikanischer und indigener Herkunft. Bevor die Mütter stillten (oder abpumpten), maßen die Forschenden die Breite der Brustwarzenbasis, die Länge der Brustwarzen und die Dichte des Warzenhofs sowohl der linken als auch der rechten Brust. Sie untersuchten auch, ob die Mütter mit Stillproblemen zu kämpfen hatten – darunter wunde Brustwarzen, rissige Brustwarzen oder Mastitis. Bestätigte Probleme mit dem Anlegen des Säuglings, geringer Milchproduktion und langsamer Gewichtszunahme des Säuglings wurden ebenfalls berücksichtigt. Was haben sie herausgefunden? Die Breite der Brustwarzenbasis lag zwischen 15 und 34 mm, die Länge zwischen 5 und 20 mm, wobei die rechte Brustwarze signifikant länger war als die linke. Bei 35 % der Mütter wurden dichte Warzenhöfe festgestellt.
Für Mütter, deren Babys Schwierigkeiten beim Anlegen hatten, war der wichtigste Befund der Zusammenhang zwischen der Breite der Brustwarzenbasis und der Länge der Brustwarzen. Mütter mit einer größeren Brustwarzenbasis und längeren Brustwarzen hatten häufiger Probleme beim Anlegen des Säuglings. Bei Müttern mit einer größeren Brustwarzenbasis und kürzeren Brustwarzen war dies weniger ein Problem. Wunde Brustwarzen traten häufiger auf, wenn der Warzenhof der Mutter dicht war – allerdings schien dies nicht mit einer geringen Milchproduktion zusammenzuhängen. Bei Müttern mit weniger dichtem Warzenhof hingegen bestand ein Zusammenhang zwischen der Länge der Brustwarzen und einer möglichen geringen Milchproduktion. Säuglinge von Müttern mit dichtem Warzenhof und kürzeren, breiteren Brustwarzen scheinen häufiger Probleme mit einer langsamen Gewichtszunahme zu haben.
Es ist möglich, dass größere Brustwarzen einfach nicht in den Mund des Säuglings passen, was ein gutes Anlegen erschwert. Dichte Warzenhöfe und größere Brustwarzen können für den Mund eines Säuglings ebenfalls überwältigend sein und es ihm erschweren, die Brustwarze zu komprimieren und die für ein erfolgreiches Stillen notwendigen Mundbewegungen zu koordinieren. Um dieses Erklärungsmodell zu bestätigen, sind jedoch weitere Studien erforderlich. Die Forschenden merken an: "Obwohl es wahrscheinlich ist, dass sich die Mundhöhle des Säuglings mit der Zeit und mit zunehmender Reife an die Größe der Brust, der Brustwarzen und des Warzenhofs anpasst, kann diese anfängliche Diskrepanz zwischen der Anatomie der Mutter und des Säuglings zu Stillproblemen am Anfang führen und die Anpassung des Stillens in der frühen Säuglingszeit erschweren." Es ist zu hoffen, dass Hebammen und andere medizinische Fachkräfte diese Informationen berücksichtigen, wenn sie Müttern mit Stillproblemen beistehen, damit sie besser verstehen, warum bestimmte Hindernisse auftreten können, und Wege finden, damit sie ihre Säuglinge weiterhin stillen können.
Referenz 1 Feenstra, M. M., Jørgine Kirkeby, M., Thygesen, M., Danbj rg, D. B., & Kronborg, H. (2018). Early breastfeeding problems: A mixed method study of mothers’ experiences. Sexual & Reproductive Healthcare, 16, 167–174. DOI: 10. 1016/ j. srhc. 2018. 04. 003 2 Ventura AK, Lore B, Mireles O. Associations Between Variations in Breast Anatomy and Early Breastfeeding Challenges. J Hum Lact. 2021 Mai;37(2):403-413