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November 2021

Stillen und übergewichtige Mütter

Stillen und übergewichtige Mütter
Übergewichtige und adipöse Frauen haben oft Probleme beim Stillen. Einige der Probleme sind physiologischer oder emotionaler Natur; andere werden durch eine Stigmatisierung dieser Frauen verursacht.

Es ist allgemein bekannt, dass das Stillen das Risiko eines Kindes, übergewichtig oder adipös zu werden, signifikant senkt. Übergewichtige (BMI von 25 kg/m2 oder mehr) und adipöse (BMI von 30 kg/m2 oder mehr) Frauen sind beim Stillen jedoch mit zahlreichen Problemen konfrontiert.

Die Bandbreite reicht von häufigeren Problemen mit den Brustwarzen über die Scham, in der Öffentlichkeit oder zu Hause im Beisein von Familie und Freunden zu stillen, bis hin zur mangelnden Unterstützung durch Hebammen und anderes medizinisches Fachpersonal.

Obwohl diese Frauen genauso über das Stillen denken wie normalgewichtige Frauen, stillen sie seltener und hören früher damit auf. Mit der richtigen Unterstützung könnten sie jedoch länger stillen – was langfristig sowohl ihnen als auch ihrem Kind zugutekäme.

Betrachtung von Hürden


In der systematischen Übersichtsarbeit mit dem Titel Breastfeeding experience and support of women who are overweight or obese haben in den Feldern Geburtshilfe, Psychiatrie und Lebenswissenschaften tätige Forscher nach Belegen für Hürden gesucht, vor denen diese Frauen stehen, wenn es ums Stillen und Unterstützung geht.

Die Untersuchung umfasste 16 Forschungsarbeiten aus der ganzen Welt: den USA, Großbritannien, Singapur, Frankreich, Schweden und Neuseeland. Diese Art der Forschung ist vor allem angesichts der steigenden Adipositaszahlen in wohlhabenden Ländern von großer Bedeutung.

Gebären per Kaiserschnitt


Es beginnt bereits bei der Geburt. Übergewichtige und adipöse Frauen gebären häufiger per Kaiserschnitt. Dies hat laut Forschungsergebnissen einen verzögerten Stillbeginn zur Folge. Der Grund dafür ist nicht nur die notwendige Erholungszeit nach dem Eingriff, sondern auch ein Mangel an praktischer Unterstützung und Empfehlungen seitens des Krankenhauspersonals.

Übergewichtige und adipöse Frauen fühlten sich häufig stigmatisiert. Wegen der Einstellung von Ärzten und medizinischem Fachpersonal gegenüber übergewichtigen und adipösen Frauen erhalten diese frischgebackenen Mütter weniger Informationen über das Stillen sowie weniger Hilfestellung – insbesondere in der ersten Stunde nach der Geburt ihres Kindes. Und das, obwohl Ärzte und andere medizinische Fachkräfte das ausschließliche Stillen empfehlen.

Ein Mangel an Privatsphäre im Krankenhaus führt ebenfalls zu Problemen. Die Zimmer werden meist mit anderen Patienten geteilt; Besucher und Krankenhauspersonal gehen in den Zimmern ein und aus. Es ist verständlich, dass Stillen in einer solchen Situation für Frauen, die wegen ihres Übergewichts häufig mit mangelndem Selbstvertrauen zu kämpfen haben, ziemlich unangenehm sein kann.

Größere Brüste und Warzenhöfe


Übergewichtige und adipöse Frauen sind nicht nur im Allgemeinen korpulenter, sondern haben auch größere Brüste und Warzenhöfe. Für sie ist es nicht nur schwieriger (und zeitraubender), einen gut sitzenden Still-BH, sondern auch eine bequeme Position für ihr Baby beim Stillen zu finden.

Die Säuglinge adipöser Mütter hatten außerdem mehr Schwierigkeiten beim Andocken und Saugen. Manche Mütter hatten auch Angst, ihr Baby mit ihren schweren Brüsten zu ersticken.

Es hilft auch nicht, dass diese Frauen von häufigeren Problemen bei der Aufnahme des Stillens im Krankenhaus berichteten und sich öfter erschöpft fühlten. Darüber hinaus litten sie häufiger an Problemen mit wunden, rissigen und blutenden Brustwarzen. Und wie bereits zuvor erwähnt, erhielten diese Mütter bei ihren Stillversuchen weniger positive Unterstützung durch das Krankenhauspersonal.

Zu wenig Milch


Einer der häufigsten Gründe, warum übergewichtige und adipöse Frauen mit dem Stillen aufgehört haben, war ihr Eindruck, sie könnten nicht genügend Milch produzieren. Die Forscher betonten, dass dies meist nicht unbedingt der Wahrheit entsprach, sondern vielmehr ein gesellschaftlich akzeptierter Vorwand für andere Gründe war. Um herauszufinden, ob dies physiologische Gründe hatte oder durch einen Mangel an persönlicher Unterstützung durch Ärzte und medizinisches Fachpersonal bedingt war, sind jedoch weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig.

Mütter sollten sich mit ihrer Still-Entscheidung wohlfühlen und dabei positiv und zeitgerecht unterstützt werden. Zum aktuellen Zeitpunkt sind nur wenig Forschungsdaten über die Unterstützung für übergewichtige und adipöse Frauen sowie über ihre Erfahrungen in diesem Bereich bekannt.

Persönliche Unterstützung


In den Studien wurde festgestellt, dass das Selbstvertrauen einer Frau steigt, wenn sie von Ärzten und medizinischen Fachkräften mit Respekt, Geduld und einfach menschlich behandelt werden. Solange wir noch nicht mehr über die physiologischen Auswirkungen von Adipositas während und nach der Schwangerschaft wissen, sollten sich Hebammen, Ärzte und andere medizinische Fachkräfte der Bedeutung ihres Verhaltens bewusst sein – und diesen Frauen eine individuelle und persönliche Betreuung zukommen lassen. Auf diese Weise sind sie den Frauen eine wichtige Stütze und sie und ihre Babys können von allen Vorteilen des Stillens profitieren, so lange es die Mütter wünschen.

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Literatur

Chang Y‐S, Glaria AA, Davie P, Beake S, Bick D. Breastfeeding experiences and support for women who are overweight or obese: A mixed‐methods systematic review. Matern Child Nutr. 2020;16:e12865. doi.org/10.1111/mcn.12865

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