Jedes Jahr stellen Millionen von Menschen weltweit ihre Uhren für die Sommerzeit (MESZ) vor- oder zurück. Obwohl das Ziel darin besteht, das Tageslicht zu maximieren, bringt diese Praxis oft unsere zirkadianen Rhythmen durcheinander und kann zu einer vorübergehenden Unstimmigkeit zwischen unserer inneren Uhr und unserer äußeren Umgebung führen. Wir haben mit unserem Schlafexperten Dr. Teofilo Lee-Chiong gesprochen, um herauszufinden, wie diese Zeitumstellungen Ihren Schlaf beeinflussen, und geben Ihnen praktische Tipps, damit Sie sich leichter anpassen können.
Frage: Warum betrifft das Umstellen der Uhr überhaupt den Schlaf?
Dr. Teofilo Lee-Chiong: Selbst geringe Änderungen Ihres Schlafrhythmus – wie die einstündige Änderung im Rahmen der Sommerzeit – können Ihren Schlafzeitpunkt durcheinanderbringen, Ihre Schlafdauer verkürzen und dazu führen, dass Sie sich weniger ausgeruht fühlen. Tatsächlich verzögern abrupte Veränderungen der Lichtexposition den Schlafbeginn und hemmen die Freisetzung von Melatonin (das Hormon, das Ihrem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist). Dadurch wird Ihr Schlaf für Tage nach der Zeitumstellung beeinflusst. Das bedeutet, dass selbst kleine Veränderungen, wie eine Stunde, messbare Auswirkungen auf Ihren Schlaf haben können!
Frage: Ist eine Zeitumstellung schwieriger als die andere?
Dr. Lee-Chiong: Das kommt auf die jeweilige Person an. Die meisten Menschen empfinden die Umstellung auf Sommerzeit, wenn wir eine Stunde Schlaf verlieren, als besonders herausfordernd, weil sie den Schlaf stört und den Morgen früher beginnen lässt. Manche empfinden die Umstellung auf Winterzeit, wenn wir eine Stunde gewinnen und die Sommerzeit endet, als verwirrend, da die Dunkelheit am Abend früher einsetzt. Forschungen zeigen, dass die Zeitumstellung im Frühjahr eher zu Schlafverlust, Stimmungsstörungen und einer Zunahme von Depressionen führt als die Umstellung im Herbst.1
Frage: Was sind Ihre wichtigsten Tipps, um sich besser anzupassen?
Dr. Lee-Chiong: Stellen Sie es sich so vor, als würden Sie Ihrem Körper kleine Hinweise geben, sich umzustellen:
Frage: Was wenn ich mich Tage später immer noch nicht wieder fit fühle?
Dr. Lee-Chiong: Wenn Sie auch nach 5–7 Tagen noch Schwierigkeiten haben, einzuschlafen oder sich wach zu fühlen, sind Sie nicht allein! Es kann einfach bedeuten, dass Sie mehr Zeit zur Anpassung oder mehr Unterstützung benötigen. Allerdings kann gestörter Schlaf zu Stimmungsproblemen, Ermüdung und sogar Veränderungen im Immunsystem oder Stoffwechsel führen. Wenn Sie Ihre Routine entsprechend angepasst haben, aber trotzdem weiterhin Schwierigkeiten haben, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bzw. einer Schlafspezialistin oder einem Schlafspezialisten sprechen. Deren Beratung kann einen großen Unterschied machen!
Frage: Was ist das Wichtigste, das wir beachten sollten?
Dr. Lee-Chiong: Die Uhr kann sich über Nacht ändern, aber Ihr Körper braucht mehr Zeit. Seien Sie geduldig. Ein paar Tage, in denen Sie sich müde oder unausgeschlafen fühlen, sind normal, aber mit den richtigen Schritten wird Ihr innerer Rhythmus zurückgesetzt. Mein Tipp? Betrachten Sie die Zeitumstellung als perfekte Gelegenheit, Ihre gesamte Schlafroutine neu zu gestalten: bessere Lichtgewohnheiten, weniger Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen und ein regelmäßigerer Zeitplan.
Dr. Teofilo Lee-Chiong ist ein hochqualifizierter Spezialist für Schlafmedizin, Professor für Medizin an der University of Colorado Denver School of Medicine und ordentlicher Professor für Medizin am National Jewish Health in Denver, Colorado. Dr. Lee-Chiong ist Autor mehrerer zielgerichteter Bücher zur Schlafmedizin.