Historie Philips Deutschland

Philips in Deutschland - Eine Chronik

 

Philips Deutschland wurde 1926 in Berlin gegründet. Heute ist die Philips GmbH eine der größten und umsatzstärksten Tochtergesellschaften des Philips Konzerns und einer der wichtigsten Produktions- und Forschungsstandorte. Außerdem zählt das Unternehmen zu den Top Ten der deutschen Elektronikbranche.

Die Grundlagen: 1926 - 1938

Bei der Gründung umfasste das Lieferprogramm ganze vier Produkte: Lautsprecher, Gleichrichter, Netzanschlussgeräte und Ersatzröhren. Schon ein Jahr später investierte Philips in Hamburg und erwarb die Firma C.H.F. Müller, bekannt als „Röntgenmüller“.


Schon zu Beginn der dreißiger Jahre war das Unternehmen Wegbereiter neuer Technologien. Im Jahr 1934 gründete Philips mit einer Rundfunkgerätefabrik den Standort Aachen. Aus der Aachener Produktion stammten zum Beispiel das erfolgreiche Rundfunkgerät „Aachen Super“ und das erste Rasiergerät „Philishave“. Beide Produkte trugen maßgeblich zum Erfolg von Philips in Deutschland bei.

Der zweite Weltkrieg: 1939 - 1945

Im Jahr 1939 wurde die Allgemeine Deutsche Philips Verwaltungs GmbH (Alldephi) gegründet, um die Rechte der niederländischen Muttergesellschaft wahrzunehmen. Doch der zweite Weltkrieg beendete den wirtschaftlichen Aufstieg des Unternehmens zunächst.


Der Geschäftsführer von Philips in Deutschland, Theodor Graf von Westarp, musste bei Kriegsbeginn auf Grund seiner Meinung zur politischen Situation in Deutschland seine Verantwortung abgeben. Als so genanntes „Feindvermögen“ wurde das Unternehmen 1943 unter „Feindverwaltung“ gestellt, die Hauptverwaltung durch einen Bombenangriff vollständig zerstört. In Aachen endete mit der Evakuierung der Stadt die dortige Produktion zunächst.

Erfolg in der Nachkriegszeit: 1946 - 1960

Nach dem Krieg übernahm Graf von Westarp, der schon kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges von den Alliierten in seine frühere Funktion wieder eingesetzt wurde, die Leitung von Philips in Deutschland. 1946 wurde die Hauptverwaltung von Berlin nach Hamburg verlegt und in Aachen ein Glühlampenwerk gegründet.


In der Folge entwickelte sich das Unternehmen zu einem vielseitigen Elektronik- und Technologieanbieter mit Aktivitäten in Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Im Jahr 1947 entstand in Aachen eine Glasfabrik und in der 1948 gegründeten Apparatefabrik in Berlin startete Philips die Produktion von Rundfunkgeräten, Trockenrasierern und Phono- und Tonbandgeräten. In der Apparatefabrik in Krefeld nahm Philips 1951 die Produktion von Fernsehern auf. In den folgenden Jahren vergrößerte Philips seine Präsenz sowohl in Hamburg als auch in Aachen. In Hamburg begann Philips mit der Entwicklung und Fertigung von Halbleitern, in Aachen nahm der Konzern 1954 die Produktion von Bildröhren auf.

 

1955 wurde das deutsche Philips Forschungszentrum in Aachen gegründet. Schon 1957 weitete Philips seine Forschungsaktivitäten aus und gründete das Forschungslabor in Hamburg.

Technische Meisterleistungen: 1960 - 2000

Im Jahr 1963 erfand Philips die Compact Cassette und den Cassetten-Recorder. Beide Produkte hatten einen wesentlichen Einfluss auf den Bekanntheitsgrad und die wirtschaftliche Entwicklung von Philips in Deutschland. 1967 wurde das von Walter Bruch entwickelte Farbfernsehen in Deutschland eingeführt. Im gleichen Jahr startete Philips in Aachen bereits mit der Serienproduktion von Farbbildröhren. Mit der Entwicklung der UKW-Ferritantenne leistete die Forschung in Aachen zudem einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung des Hörfunks.


Im Jahr 1982 entstand die Philips Kommunikations Industrie AG (PKI), in der die Bereiche Büro- und Telekommunikation zusammengefasst wurden. 1983 revolutionierte eine kleine silberne Scheibe die Unterhaltungselektronik: die Compact Disc – wie die Compact-Cassette eine Erfindung von Philips. Im Jahr 1984 erzeugte das Forschungslabor in Hamburg die weltweit ersten Bilder des menschlichen Kopfes mit der Methode der Kernspin-Tomographie, ein diagnostisches Verfahren ganz ohne Röntgenstrahlen.

 

Nach der Wiedervereinigung investierte Philips in die neuen Bundesländer und übernahm 1991 sowohl die RFT Fernmeldewerk GmbH in Bautzen als auch die Narva Speziallampen GmbH in Plauen, eine weltweit operierende Firma im Bereich Automotive Lighting.

 

Im Jahr 2000 eröffnete Philips in Hamburg eine Hightech-Röntgenröhrenfabrik, die bis heute die modernste Fertigung für Röntgenröhren weltweit ist. Philips Forscher aus Aachen entwickelten die kleinste Mobilfunk-Antenne der Welt.

Neue Partnerschaften: 2001 - 2007

Die jüngste Geschichte von Philips ist von weiteren technischen Meisterleistungen, aber auch von neuen Partnerschaften geprägt.


Zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft gründete das Unternehmen im Jahr 2000 die „Philips EUV GmbH“. Extrem Ultra Violettes (EUV) Licht ermöglicht die Produktion leistungsstarker Chips mit immer kleineren Strukturen.

 

2001 erwarb Philips die Medizintechnik-Sparte Healthcare Solution Group (HSG) von Agilent Technologies mit Sitz in Böblingen.

 

Philips Forschern gelang 2002 der Durchbruch in der Brustkrebs-Früherkennung durch ein neuartiges Verfahren der MR-Elastographie. Im Forschungslabor in Aachen entstand ein System zur kontinuierlichen Überwachung von Herz-Kreislauf-Risikopatienten, das in die Kleidung integriert werden kann. 2004 erreichte Philips mit der NFC-Technologie für sichere kontaktlose Datenübertragung einen wichtigen Meilenstein bei der Weiterentwicklung des Mobiltelefons zum Multifunktionsgerät.

 

Auch in die Produktionsstandorte investierte der Konzern. Mehr als fünfzig Millionen Euro flossen in die Erweiterung des Philips Glühlampenwerks in Aachen. Zudem eröffnete Philips in Aachen eine neue Fertigungslinie für Xenon-Lampen und siedelte einen Teil der Philips Patent Organisation in der Domstadt an. Aachen ist seit 2004 zudem Schwerpunkt für die Forschung an Organischen Leuchtdioden (OLED), die zur Entwicklung flächiger und flexibler Beleuchtungssysteme dienen sollen.

Hamburg wurde durch ein neues Kompetenzzentrum für Röntgengeneratoren ergänzt.

 

Als Offizieller Partner der FIFA Fussballweltmeisterschaft 2006TM in Deutschland stattete Philips die Mehrheit der WM-Stadien mit Beleuchtungstechnologie und TV/Video-Produkten aus. In allen zwölf WM-Austragungsorten wurden zudem mit Hilfe von Philips „Vidiwalls“ Möglichkeiten zum so genannten „Public Viewing“ geschaffen.

 

Die Trennung von seiner Halbleiteraktivität, die der Philips Konzern Anfang Oktober 2006 vollzog führte dazu, dass auch die Halbleiteraktivitäten in Böblingen, Hamburg, Dresden und Nürnberg in eine rechtlich eigenständige Gesellschaft überführt wurden. Philips hält künftig nur noch 19,9% der Anteile an dem neuen Unternehmen NXP Semiconductors, die Mehrheit ging an ein Konsortium von Finanzinvestoren.

 

Im Herbst 2006 ergänzte Philips sein deutsches Unternehmens-Portfolio zudem durch zwei Übernahmen: das Software-Unternehmen Kuhlmann Informationssysteme sowie der Laserdioden-Spezialist ULM Photonics gehören seit September bzw. Oktober zu Philips.

Neue Strukturen: Heute

Im Herbst 2007 stellte Philips seine neue Strategie „Vision 2010“ vor. Sie ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem wirklich markt- und verbraucherorientierten, führenden Unternehmen in den Geschäftsfeldern: Healthcare, Lighting und Consumer Lifestyle. Im Rahmen der „Vision 2010“ vereinfachte Philips seine Organisationsstruktur zum 1. Januar 2008 durch die Schaffung dreier Konzernsparten – Healthcare, Lighting und Consumer Lifestyle.

Ende Dezember 2007 kündigte Philips mit der Übernahme des US-Unternehmens Respironics die größte Akquisition seiner Firmengeschichte an. Dieser maßgeblicher Schritt in der Gesundheitsstrategie des Konzerns verschaffte Philips die weltweite Führungsposition bei Gesundheitslösungen für zu Hause und im schnell wachsenden Markt für die Überwachung und Behandlung von Schlafapnoe und bei Beatmungslösungen für zu Hause.

 

Weitere Informationen:

Philips GmbH, Unternehmenskommunikation

Tel.: 040 2899 2211