OSA betrifft mehr als nur den Schlaf: Ein ganzheitlicher Patientenblick

OSA betrifft mehr als nur den Schlaf: Ein ganzheitlicher Patientenblick

Von Philips ∙ 23. Februar 2026 ∙ 3 Minuten Lesezeit

Viele Menschen – darunter auch medizinische Fachkräfte – betrachten die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ausschließlich als nächtliche Störung. Doch ihre Auswirkungen reichen weit über die Schlafenszeit hinaus. Es ist entscheidend, die umfassendere Bedeutung von OSA zu erkennen, um die Behandlungsergebnisse der Patienten nicht nur nachts, sondern auch tagsüber und in allen Lebensbereichen zu verbessern.

 

Wir wissen alle, dass OSA durch wiederholte Episoden einer Verengung der oberen Atemwege während des Schlafs gekennzeichnet ist, was zu intermittierender Hypoxie und Schlaffragmentierung führt. Die typischen Symptome (wie Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer und übermäßige Tagesschläfrigkeit) sind weithin bekannt, doch die Folgen einer unbehandelten OSA erstrecken sich auf Körper, Geist und das soziale Wohlbefinden der Patienten.

Father falling asleep in theater

Körperliche und systemische Gesundheitsrisiken
OSA ist eine Erkrankung, die mehrere Organsysteme betrifft und erhebliche körperliche Gesundheitsfolgen hat:

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: OSA kann das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Herzinsuffizienz erhöhen. Die Prävalenz von OSA liegt bei Patienten mit Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Diabetes bei 40-80%.1
  • Stoffwechselstörungen: Es besteht eine sehr starke Verbindung zwischen OSA und Typ-2-Diabetes sowie Hyperlipidämie.2
  • Beeinträchtigte Immunabwehr: Chronische Schlafstörungen können die Immunabwehr schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.3
  • Müdigkeit und körperliche Leistungsfähigkeit: Anhaltende Müdigkeit kann die Aktivität einschränken, Begleiterkrankungen verschlimmern und die Lebensqualität mindern.3


Stellt sich ein Patient mit therapieresistentem Bluthochdruck, wiederkehrendem Vorhofflimmern oder metabolischem Syndrom vor, sollte eine Untersuchung auf OSA erwogen werden – auch wenn keine typischen Schlafbeschwerden angegeben werden.


Geist und kognitive sowie emotionale Auswirkungen
Die Auswirkungen von OSA auf das menschliche Gehirn sind tiefgreifend und werden oft unterschätzt:

  • Kognitive Beeinträchtigung: Patienten können unter Gedächtnislücken, Konzentrationsschwierigkeiten und verlangsamter Informationsverarbeitung leiden. Bei bis zu 37% der Erwachsenen mit OSA treten kognitive Störungen auf, wobei die Häufigkeit mit der Schwere der OSA steigt.4
  • Affektive Störungen: Unbehandelte OSA ist mit Depressionen, Angstzuständen, Reizbarkeit und emotionaler Instabilität verbunden.5
  • Arbeit und Sicherheit: Kognitive Defizite können die Arbeitsleistung beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen, besonders in sicherheitsrelevanten Berufen.6


Berichtet Ihr Patient über „Gehirnnebel“, Stimmungsschwankungen oder nachlassende Arbeitsleistung, sollte OSA als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden – auch wenn keine Schlafbeschwerden vorliegen.


Beziehungen und Lebensqualität
OSA kann das Sozialleben und Beziehungen beeinträchtigen:

  • Sozialer Rückzug: Tagesschläfrigkeit und gedrückte Stimmung können zu Isolation und verminderter Teilnahme an sozialen Aktivitäten führen.6
  • Belastung von Beziehungen: Partner können durch das Schnarchen oder die Atemaussetzer des Patienten betroffen sein, was zu gestörtem Schlaf und/oder Spannungen in der Beziehung führt.3
  • Weniger Engagement: Müdigkeit und kognitive Veränderungen können die Motivation und Freude am Leben mindern.6


Fragen Sie Ihren Patienten nach Veränderungen in sozialen Kontakten, Beziehungsdynamiken und allgemeiner Lebenszufriedenheit – dies können subtile Hinweise auf eine unbehandelte OSA sein.6

 

Schlafmediziner Dr. Teofilo Lee-Chiong von Philips empfiehlt sechs einfache Maßnahmen für Ihre Patienten:

 

  1. Berücksichtigen Sie OSA in Ihrer Differenzialdiagnose: Beschränken Sie die OSA-Diagnostik nicht nur auf Patienten mit klassischen Symptomen; denken Sie auch bei ungeklärter Müdigkeit, therapieresistentem Bluthochdruck, metabolischem Syndrom, Stimmungsschwankungen oder kognitiven Beschwerden an OSA.
  2. Klärende Patientenaufklärung: Helfen Sie Ihren Patienten zu verstehen, dass OSA eine Erkrankung des gesamten Körpers ist und weitreichende Auswirkungen auf Herzgesundheit, mentale Klarheit und Beziehungen haben kann.
  3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Arbeiten Sie mit Kollegen aus Kardiologie, Endokrinologie, Psychiatrie und Hausarztmedizin zusammen, um OSA in Risikogruppen zu erkennen und zu behandeln.
  4. Überwinden Sie Hürden bei Diagnose und Therapie: Sprechen Sie über Vorteile von Diagnostik und Therapie, einschließlich der Risikominimierung, um Vorurteile und Missverständnisse rund um Schlafstörungen zu beseitigen.
  5. Kontinuierliche Kontrolle und Nachsorge: OSA ist eine chronische Erkrankung. Die regelmäßige Überprüfung der Therapietreue, Symptomverbesserung und Entwicklung von Begleiterkrankungen kann die Behandlungsergebnisse maßgeblich verbessern.
  6. Setzen Sie sich für eine ganzheitliche Patientenversorgung ein: Machen Sie deutlich, dass die Behandlung von OSA nicht nur den Schlaf verbessert, sondern auch positive Effekte auf
    Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Kognition und psychosoziale Gesundheit haben kann.1


OSA ist nicht einfach nur ein Schlafproblem, sondern ein ganzheitliches Gesundheitsproblem. Indem wir den Blick über den Schlaf hinaus auf alle Auswirkungen von OSA richten, können wir das Leben unserer Patienten nachhaltig verbessern.

Über unseren Schlafexperten

Dr. Teofilo Lee-Chiong

Dr. Teofilo Lee-Chiong

 

Dr. Teofilo Lee-Chiong ist seit 2011 leitender medizinischer Berater bei Philips Respironics. Er ist ein hochqualifizierter Spezialist für Schlafmedizin, Professor für Medizin an der University of Colorado Denver School of Medicine und ordentlicher Professor für Medizin am National Jewish Health in Denver, Colorado. Dr. Lee-Chiong ist Autor von „Sleep Medicine: Essentials and Review (Oxford University Press, USA), Sleep: A Comprehensive Workbook (Wiley-Liss), Fundamentals of Sleep Technology (Lippincott Williams & Wilkins), Sleep Medicine (Hanley & Belfus), Sleep Medicine Essentials (Wiley Blackwell) und Focus on Sleep Medicine: A Self-Assessment (Lippincott Williams & Wilkins). Castle Connolly Medical ernannte Dr. Lee-Chiong 2013 zu einem der besten Ärzte Amerikas, und Best Doctors nahm ihn sowohl 2014 als auch 2015 in ihre Liste der besten Ärzte Amerikas auf.

Referenzen

 

1. https://www.ahajournals.org/doi/pdf/10.1161/CIR.0000000000000988
2. Mitra AK, Bhuiyan AR, Jones EA. Association and Risk Factors for Obstructive Sleep Apnea and Cardiovascular Diseases: A Systematic Review. Diseases. 2021; 9(4):88. https://doi.org/10.3390/diseases9040088
3. Su, K., Feng, Z., Wang, L. et al. Prevalence of cognitive impairment among adults with obstructive sleep apnea: a systematic review and meta-analysis. Sleep Breath 29, 323 (2025). https://doi.org/10.1007/s11325-025-03509-7
4. Macchitella L, et al. Neuropsychological and socio-cognitive deficits in patients with obstructive sleep apnte. J Clin Exp Neuropsychol. 2021;43(5):514-533. doi:10.1080/13803395.2021.1944609
5. Nicola Andrea Marchi, Gilles Allali, Raphael Heinzer, Obstructive sleep apnea, cognitive impairment, and dementia: is sleep microstructure an important feature?, Sleep, Volume 47, Issue 12, December 2024, zsae161, https://doi.org/10.1093/sleep/zsae161
6. Macchitella, L., Romano, D. L., Marinelli, C. V., Toraldo, D. M., Arigliani, M., De Benedetto, M., & Angelelli, P. (2021). Neuropsychological and socio–cognitive deficits in patients with obstructive sleep apnea. Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology, 43(5), 514–533. https://doi.org/10.1080/13803395.2021.1944609

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