NIV Masken und Interfaces

Bei Einführung eines NIV-Programms wird empfohlen, einige der unterschiedlichen Masken und Interfaces auszuprobieren, um die richtige Auswahl zu treffen.

 

Bis zu 50% der NIV-Versagen gehen auf die Maske zurück.¹ Daher müssen Interfaces oder Masken als wichtiger Faktor für jedes erfolgreiche NIV-Programm betrachtet werden. Es stehen zahlreiche Masken auf dem Markt zur Verfügung. Vor allem bei Einführung eines NIV-Programms wird empfohlen, mehrere Interfaces zur Verfügung zu haben, um Erfahrung mit den unterschiedlichen Typen zu sammeln.

 

Wenn nur ein Maskentyp zur Verfügung steht, kann der Erfolg des Programms gefährdet sein.² Hess empfiehlt: „Für die Anwendung von NIV bei akuter respiratorischer Insuffizienz sollte eine Oronasalmaske die erste Wahl sein. Die vorliegenden Belege lassen darauf schließen, dass eine Gesichtsmaske ebenfalls eine vernünftige Wahl sein kann. Es sollten weitere Interfaces für den Fall zur Verfügung stehen, dass der Patient die Oronasal- oder Gesichtsmaske nicht toleriert oder wenn Komplikationen wie Gesichtshautdegradation auftreten.“³

 

Hier finden Sie eine Auswahl an Maskenlösungen

 

Für die Reanimation oder Anästhesie entwickelte Masken sind üblicherweise unbequem und können Komplikationen wie Gesichtshautdegradation hervorrufen.⁴

Prädiktoren für NIV-Versagen

 

Unerwünschte Wirkungen und Abhilfemaßnahmen

 

  • Engegefühl: Sitz überprüfen, Gurte anpassen, Interfaces wechseln 
  • Übermäßige Luftundichtigkeit: Interfaces neu ausrichten, Gurtspannung prüfen, zu Vollgesichtsmaske wechseln
  • Nasenrückenrötung oder -ulzeration: Hydrokolloid- Pflaster verwenden, Gurtspannung verringern, anderen Interfaces wählen 
  • Hautreizung oder -rötung: Hautschutzlotion bzw. lokale Kortikosteroide verwenden, zu einer Maske aus einem anderen Material wechseln, Maske sorgfältig reinigen 
  • Klaustrophobische Reaktionen: nasalen Interface soder Gesichtsmaske ausprobieren, umsichtig sedieren  

NIV-Komplikationen:
in Bezug auf Luftstrom/Druck


Unerwünschte Wirkungen und Abhilfemaßnahmen

 
  • Nasale Verstopfung: nasale Steroide ausprobieren, abschwellendes Mittel, Antihistaminikum oder Befeuchtung
  • Nasale oder orale Trockenheit: Befeuchtung, nasale Kochsalzlösung, Oral-/Nasalhygiene, Undichtigkeit verringern
  • Schmerzen in Nasennebenhöhle oder im Ohr: Inspirationsdruck verringern
  • Magenblähung: übermäßigen Inspirationsdruck vermeiden (über 20 cmH2O), Simethicon verabreichen
  • Augenreizung: Maskensitz prüfen, Maskenhalterungsband anpassen
  • Beatmungsversagen: ausreichenden Druck verwenden, Synchronität von Patient und Beatmungsgerät optimieren

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