Technologie

Gute Glühbirnen, schlechte Glühbirnen

Von Philips

09/01/2023

2-5 Min. Lesezeit

Gute Glühbirnen, schlechte Glühbirnen

Was macht eine gute Halogenlampe aus?
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde – Scheinwerferlampen sind Hochpräzisionsprodukte. Während eine normale Glühlampe im Haushalt ihr Licht im Umkreis von nicht mehr als ein paar Metern verteilt, muss eine Scheinwerferlampe zusammen mit dem Reflektor das Licht in einer Entfernung von mehr als 50 Metern genau auf die Straße werfen.
Hier erfahren Sie im Anschluss, warum die Qualität bei der Produktion eine so wichtige Rolle spielt, und auch, warum sich Glühlampen mit geringer Qualität erheblich auf die Verkehrssicherheit auswirken können – sogar wenn sie mit einem E-Zeichen versehen sind.

Auf einen Blick

  • Anforderungen der ECE R37-Regelung
  • Zwischen guten und schlechten Glühbirnen unterscheiden
  • Ein Lichtstrahl aus der Vogelperspektive
  • Warum können auch schlechte Glühbirnen ein E-Zeichen aufweisen?

Anforderungen der ECE R37-Regelung

Halogen-Scheinwerferlampen werden in Übereinstimmung mit gesetzlichen Vorgaben (ECE R37) hergestellt und zugelassen. Zu den entsprechenden Spezifikationen gehören der zulässige Lichtstrom in Lumen, der Strombedarf und natürlich sämtliche Abmessungen vom Glaskolben selbst bis zum Sockel. Diese Spezifikation soll u. a. sicherstellen, dass jede zugelassene H7-Glühbirne in jeden dafür vorgesehenen Scheinwerfer passt und damit dann auch einen korrekten Lichtstrahl abgibt.
Neben dem Lichtstrom ist die Geometrie der Glühbirne von besonders großer Bedeutung. Bei modernen Freiformflächen-Scheinwerfern wird das von der Glühwendel ausgehende Licht mithilfe unterschiedlich ausgerichteter Spiegelelemente auf die Straße gerichtet. Dieses System kann nur dann ordnungsgemäß funktionieren, wenn sich die Glühwendel an genau der richtigen Stelle befindet. Die erlaubte Toleranz für die Position der Glühwendel bei einer H7-Glühbirne beträgt nur 0,2 mm – immer im Verhältnis zum Justierring, der die Glühbirne im Scheinwerfer festhält.
Die Grafik zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung des Strahlenwegs eines Scheinwerfers mit Parabolreflektor. Nur, wenn die Glühwendel genau im Brennpunkt sitzt, treten die Strahlen parallel aus.

Requirements

Abbildung 1: Gute Lampengeometrie mit der Glühwendel am exakten Brennpunkt des Scheinwerfers

Zwischen guten und schlechten Glühbirnen unterscheiden

Selbstverständlich entsprechen die durch einen Markenhersteller und Erstausrüster wie Philips produzierten Glühbirnen den strengen Anforderungen der Regelung ECE R37 – und die internen Spezifikationen dieser Hersteller sind oft noch strenger. Dies erfordert Fertigungsprozesse von höchster Präzision und außerordentlich strenge Qualitätskontrollen.
Wiederholt durch Autozeitschriften durchgeführte Vergleichstests haben gezeigt, dass diese hohen Anforderungen bei vielen Glühbirnen aus der Billig-Produktion nicht eingehalten werden, wobei Mängel der Geometrie das Hauptproblem darstellen. Das Ergebnis ist ein unsauberer Lichtstrahl, eine viel zu kurze Reichweite oder Blendung (auf den beiden Bildern durch Parabolreflektor dargestellt). Wenn sich die Glühwendel zu weit vom Reflektor entfernt befindet, ist der Lichtstrahl zu kurz. Befindet sie sich zu nah daran, erzeugt dies einen Blendeffekt.

Bulbs

Abbildung 2: Schlechte Lampengeometrie – Glühwendel außerhalb des Brennpunktes, Lichtstrahl zu kurz

Solche Glühbirnen haben auch oft eine besonders starke oder schillernde Beschichtung, und die Verpackung verspricht dabei meist eine besonders hohe Farbtemperatur. Die Tatsache, dass das Licht möglicherweise ineffektiv ist oder im schlimmsten Falle sogar eine gefährlich starke Blendung hervorrufen kann, interessiert hier leider nur wenig.

Bad and good bulbs

Abbildung 3: Schlechte Lampengeometrie – Glühwendel außerhalb des Brennpunktes, Blendung

Ein Lichtstrahl aus der Vogelperspektive

Die Unterschiede beim Abblendlicht lassen sich gut aus der Vogelperspektive erkennen, wobei die asymmetrische Lichtverteilung, die der Scheinwerfer auf die Straße wirft, aus der Vogelperspektive farblich dargestellt wird. So lässt sich die Reichweite des Lichtstrahls bei unterschiedlichen Glühbirnen gut vergleichen.
Diese Grafiken verwenden das Beispiel einer guten H7-Standardglühbirne im Vergleich mit einer besonders schlechten. Die schlechte Glühbirne "deformiert" den Lichtstrahl bis zu einem Punkt, an dem die charakteristische, asymmetrische Lichtverteilung gar nicht mehr zu erkennen ist. Sogar durch eine Neueinstellung des Scheinwerfers lässt sich dies nicht mehr beheben. In diesem Fall beträgt der Unterschied in der Reichweite am rechten Fahrbahnrand mehr als 50 Meter; im Ernstfall bliebe dadurch nicht genug Zeit, um angemessen zu reagieren. Beim Vergleich mit dem stärkeren Licht einer X-tremeVision-Glühbirne ist der Unterschied sogar noch größer.

Light beam

Abbildung 4: Ausleuchtung der Straße mit einer guten H7-Standardglühbirne

Light beam bird's eye

Abbildung 5: Ausleuchtung der Straße mit einer außerordentlich schlechten H7-Standardglühbirne

Warum können auch schlechte Glühbirnen ein E-Zeichen aufweisen?

Dann gibt es da aber immer noch das Problem, warum manche Glühbirnen über ein E-Zeichen verfügen, obwohl sie bei diesem Vergleichstest so schlecht abschneiden.
Bevor eine Glühbirne zugelassen werden kann, muss der Hersteller fünf Muster in einem Prüflabor testen lassen, bevor er bei den zuständigen Behörden in einem ECE-Mitgliedsland die Zulassung beantragen kann. Leider ist der Hersteller später selbst dafür verantwortlich, dass auch die weitere Herstellung Produkte hervorbringt, die den ursprünglich zugelassenen Mustern entsprechen. Dies nennt man die "Übereinstimmung der Produktion", und viele billige Lieferanten wenden bei einer solchen Folgeproduktion nicht die erforderliche Sorgfalt an.
Als Fazit raten wir Ihnen besonders bei sicherheitsrelevanten Teilen wie Fahrzeuglampen, nur Produkte von Markenherstellern und Erstausrüstern zu wählen. So gehen Sie auf Nummer sicher.

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